Gibt es realistische Alternativen zu Aktien?

Kein glatter Weg? Unsere Allocation Views konzentrieren sich auf den makroökonomischen Hintergrund und darauf, ob Anleihen angesichts der Risiken bei der Erholung eine größere Rolle spielen sollten.

Franklin Templeton Multi-Asset Solutions

In dieser Ausgabe

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit den bemerkenswerten Schritten in Richtung einer fiskalischen Zusammenarbeit in Europa, die durch die aktuelle COVID-bedingte Rezession ausgelöst wurden. Wir überprüfen, weshalb jetzt Fortschritte erzielt werden, die potenziellen Risiken für den Aufschwung und die Tatsache, dass es nach Ansicht der politischen Entscheidungsträger „keine Alternative gibt“.

Wir beleuchten, ob Anleihen eine realistische Alternative zu Aktien darstellen können, und betrachten die Aussichten für die verschiedenen Sektoren des globalen Anleihenmarkts. Aus unserer Sicht ist das Wertentwicklungspotenzial globaler Aktien langfristig größer als bei globalen Anleihen, die Entwicklung bis dorthin dürfte jedoch nicht ohne Schwierigkeiten verlaufen.

Folgende Themen beeinflussen derzeit unsere Einschätzung:

  • Erhebliche Widerstände für globales Wachstum
    Das Coronavirus hat die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession gestürzt, auch wenn sich die Wachstumsdynamik derzeit stabilisiert. Die Risiken für die Erholung sind aufgrund der Angst vor einer zweiten Infektionswelle gestiegen. Politische Unsicherheit trägt dazu bei, dass die Aussichten unklarer als sonst bleiben, und stellt einen anhaltenden Hemmschuh für Investitionspläne von Unternehmen dar.

  • Länderübergreifend niedrige Inflation
    Wir glauben, dass die Inflationsentwicklung hauptsächlich von der Nachfrage bestimmt wird, aber die Erwartungen sind bereits auf historische Tiefstände gefallen. Es ist zwar verfrüht, das Ende der globalisierten Produktion einzuläuten, doch könnte ihr Einfluss durch eine Rückverlagerung der Fertigung nachlassen.

  • Lockere Haltung in der Geldpolitik
    Angesichts der aktuellen Viruskrise bleiben die politischen Entscheidungsträger bei ihrer akkommodierenden Haltung und sind zu allem bereit. Die Notfallmaßnahmen haben die Konsenserwartungen übertroffen, aber die schnellen Erfolge könnten bereits erzielt worden sein, während der Bedarf an fiskalpolitischer Koordinierung zunimmt.

Überlegungen für die Praxis

  • Staatsanleihen bleiben teuer
    In einem Multi-Asset-Portfolio suchen wir nach Anlagen, die Diversifizierungspotenzial bieten. Traditionell erfüllen Anleihen diesen Zweck. Aufgrund der niedrigen Laufzeitprämien scheinen globale Anleihen – insbesondere Langläufer – gefährdet. Das verlangsamte Wachstum und die gedämpfte Inflation gleichen dies jedoch aus, sodass wir insgesamt nur eine leicht defensive Haltung einnehmen.

  • Unternehmensanleihen erscheinen uns attraktiver
    Der Renditespread bei Unternehmensanleihen liegt etwas über dem Durchschnitt, woran sich die Besorgnis der Märkte über das wirtschaftliche Umfeld ablesen lässt. Die Attraktivität von Unternehmensanleihen liegt in dieser bescheidenen Zusatzrendite und einigen möglichen Diversifizierungsvorteilen gegenüber Staatsanleihen, aber nicht in dem Potenzial als langfristige renditeträchtige Alternative zu Aktien.

  • Schwellenländeranleihen
    Anlagen in Schwellenländer können durchaus eine äußerst attraktive Ergänzung zu einem breit diversifizierten Portfolio sein. Allerdings sind wir der klaren Auffassung, dass ein selektiver Ansatz in diesen weniger entwickelten Märkten besonders angezeigt ist. Derzeit stellen Schwellenländeranleihen unserer Ansicht nach jedoch keine überzeugende Alternative zu Aktien dar.

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Franklin Templeton Thinks: Allokationseinschätzungen
Unser Researchprozess beobachtet einen gleichbleibenden Korb mit objektiven Kennzahlen. Diese werden auf Anzeichen überprüft, dank derer unsere Analysten bessere Empfehlungen aussprechen können. Unser Ziel ist es, auf diese Weise das tagtägliche Rauschen zu filtern und die zugrunde liegende Entwicklung herauszuarbeiten.

Unsere makroökonomische Researchgruppe verfolgt das Ziel, die Konsensprognosen für Wachstum und Inflation zu überprüfen, indem sie sich tiefer in die Daten einarbeitet. Genauso wichtig ist uns, dass wir nicht übermäßig durch Themen beeinflusst werden, die die aktuellen Debatten am Markt beherrschen.



Redaktionelle Bearbeitung

Ed Perks, CFA Chief Investment Officer,
Franklin Templeton Multi-Asset Solutions

Gene Podkaminer, CFA Head of Multi-Asset Research Strategies,
Chair of Investment Strategy & Research Committee,
Franklin Templeton Multi-Asset Solutions


WELCHE RISIKEN BESTEHEN?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Anlagekapitals. Die Positionierung eines bestimmten Portfolios kann aufgrund verschiedener Faktoren von den hier dargelegten Informationen abweichen, so z. B. aufgrund der Allokationen aus dem Kernportfolio und spezifischer Anlageziele, Richtlinien, Strategien und Beschränkungen eines Portfolios. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Prognosen, Projektionen oder Schätzungen als richtig erweisen. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Anleihenkurse entwickeln sich im Allgemeinen in die den Zinsen entgegengesetzte Richtung. Wenn sich also die Anleihenkurse in einem Anlageportfolio den steigenden Zinsen anpassen, kann der Wert des Portfolios sinken. Anlagen im Ausland sind mit besonderen Risiken verbunden, z. B. mit Währungsschwankungen, wirtschaftlicher Instabilität und politischen Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe die Grenzmärkte gehören, sind aufgrund derselben Faktoren mit erhöhten Risiken verbunden. Hinzu kommen Gefahren, die durch die geringere Marktgröße, die niedrigere Liquidität und das Fehlen von gefestigten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, die die Wertpapiermärkte stützen würden, entstehen. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial fürextreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Derivate, einschließlich Strategien zum Währungsmanagement, sind mit Kosten verbunden und können in einem Portfolio eine wirtschaftliche Hebelkraft entfalten, was erhebliche Volatilität verursachen und dazu führen kann, dass das Portfolio stärker an Verlusten teilhat (oder auch höhere Gewinne erzielt), als das mit der ursprünglichen Investition der Fall wäre. Wenn ein Kontrahent nicht die zugesicherte Leistung erbringt, verfehlt eine Strategie unter Umständen den erwarteten Nutzen oder realisiert Verluste. Währungskurse können innerhalb kurzer Zeiträume stark schwanken und die Erträge verringern. Anlagen im Rohstoffsektor bergen spezifische Risiken, unter anderem weil sie stärker auf widrige, den Sektor betref¬fende wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen reagieren. Die Preise solcher Wertpapiere können deshalb vor allem kurzfristig schwanken. Immobilienpapiere bergen besondere Risiken, etwa Wertrückgänge des Immobilienobjekts und eine größere Empfindlichkeit gegenüber wirtschaftlichen oder regulatorischen Entwicklungen, die den Sektor beeinträchtigen. Bei Anlagen in REITs bestehen zusätzliche Risiken, weil REITs in der Regel nur in eine beschränkte Anzahl von Projekten oder in ein bestimmtes Marktsegment investieren. Sie reagieren daher im Vergleich zu breiter diversifizierten Anlagen stärker auf widrige Entwicklungen, die einzelne Projekte oder Marktsegmente betreffen. Bei aktiv verwalteten Strategien könnten Verluste entstehen, wenn sich das Urteil des Anlageverwalters in Bezug auf Märkte, Zinssätze oder die Attraktivität, relativen Werte, Liquidität oder potenzielle Wertsteigerung bestimmter für ein Portfolio getätigter Anlagen als unzutreffend herausstellt. Die Erreichung der gewünschten Ergebnisse mit den Anlagetechniken oder Entscheidungen eines Anlageverwalters kann nicht garantiert werden.