China macht den Weg für eine stärkere Auslandsbeteiligung frei

China macht den Weg für eine stärkere Auslandsbeteiligung freiDec 13, 2017

Zu dieser Jahreszeit kann der Smog in Beijing, China, überwältigend sein. In der ganzen Stadt verhindert dieser Smog, dass die Sonne durchscheint. Die Finanztätigkeit haben diese Verschmutzungsprobleme jedoch nicht getrübt. Erfreulicherweise können wir nach wie vor eine weitere Öffnung der Kapitalmärkte in China sowie eine zunehmende regulatorische Aufsicht beobachten. Die Smog-Luft hält mich zwar davon ab,

Zu dieser Jahreszeit kann der Smog in Beijing, China, überwältigend sein. In der ganzen Stadt verhindert dieser Smog, dass die Sonne durchscheint. Die Finanztätigkeit haben diese Verschmutzungsprobleme jedoch nicht getrübt. Erfreulicherweise können wir nach wie vor eine weitere Öffnung der Kapitalmärkte in China sowie eine zunehmende regulatorische Aufsicht beobachten.

Die Smog-Luft hält mich zwar davon ab, draußen durch die Straßen zu laufen, glücklicherweise wartet die Stadt jedoch auch mit riesigen Indoor-Einkaufszentren auf. So konnte ich mir bei meinem jüngsten Besuch in Beijing, wenn ich mal eine Pause von meinen E-Mails und meiner Research-Arbeit brauchte, zahlreiche Schaufenster ansehen, ohne dafür einen Fuß vor die Türe setzen zu müssen.

Ich fürchte, das Problem der Umweltverschmutzung ist etwas, mit dem China noch lange Zeit konfrontiert sein wird.

Auch wenn die Stromerzeugung über Kohlekraftwerke ein China abnimmt, lässt sich der schwarze Brennstoff angesichts des enormen Strombedarfs des Landes doch nur schwerlich ersetzen. China ist nach wie vor der größte Kohleverbraucher der Welt.

Allerdings ist erneuerbare Energie ein Schwerpunktthema, auf das auch im 13. Fünf-Jahres-Plan des Landes eingegangen wird. Ältere Kohlekraftwerke wurden vom Netz genommen und stillgelegt, während andere wiederum strengere Kontrollen bestehen müssen. Die US Energy Information Administration prognostiziert, dass der Kohleverbrauch in China seinen Höhepunkt im Jahr 2018 erreichen und dann allmählich sinken wird, da erneuerbare Energien immer mehr bestehende Stromerzeugungskapazitäten ersetzen.[1] Hoffentlich wird der Himmel in Beijing also in Zukunft wieder klar sein.

Aufsichtsrechtliche Reformen

Die jüngsten aufsichtsrechtlichen Reformen ebnen den Weg für eine stärkere ausländische Beteiligung an den chinesischen Märkten. Das Shenzhen-Hong Kong Stock Connect-Programm und andere Initiativen haben den chinesischen Markt für mehr Anleger geöffnet und marktübergreifende Beteiligungen gefördert. Ausländische Anleger haben nun einen direkteren Zugang zu in China notierten Aktien, während Anleger auf dem chinesischen Festland nun auf in Hongkong gelistete Aktien zugreifen können.

Anfang November dieses Jahres kündigte Chinas Vize-Finanzminister eine weitere Öffnung der Märkte des Landes an. Die Beschränkungen für ausländische Beteiligungen an Finanzunternehmen (wie etwa Banken und Vermögensverwaltungsgesellschaften) sollen aufgehoben werden, und es soll ausländischen Investoren ermöglicht werden, Mehrheitsbeteiligungen an lokalen chinesischen Unternehmen zu erwerben. Nachdem wir inzwischen seit mehr als zwei Jahrzehnten in China als Anleger tätig sind, begrüßen wir die Entscheidung der Regierung, den Markt für ausländische Beteiligungen weiter zu liberalisieren.

Die Ankündigung erfolgte im Anschluss an den Besuch von US-Präsident Trump im Rahmen seiner Asienreise, bei der er Gespräche mit einer Reihe von Staats- und Regierungschefs geführt und neue Handelsabkommen sowie einen besseren Zugang zum chinesischen Markt für US-Unternehmen gefordert hat.

Vereinzelte Medienberichte haben angedeutet, dass die Solarbranche im kommenden Jahr ein wichtiges Handelsziel für Trump sein könnte. China ist der weltweit größte Hersteller von Solarmodulen, und einige US-Hersteller behaupten, der Preisdruck aus China habe sie aus dem Markt gedrängt. Die chinesische Regierung unterstützt die Branche mit kostengünstigen Finanzierungsmöglichkeiten, was den dortigen Unternehmen einigen Behauptungen zufolge einen unfairen Vorteil verschafft. In der Zwischenzeit haben die USA Importzölle für chinesische Solarmodule eingeführt, die gegebenenfalls auf ganz Südostasien ausgedehnt werden könnten. Es wird interessant sein, zu sehen, wie sich die Lage weiter entwickelt.

Um die Risiken des chinesischen Finanzsystems zu reduzieren, ist die Regierung des Landes im Hinblick auf bestimmte Unternehmen und Praktiken strikter geworden. So hat die Regierung während meines Aufenthalts in Beijing beispielsweise bestimmte aufsichtsrechtliche Beschränkungen im Finanz- und Versicherungsbereich angekündigt.

Konkret richtet sich das Augenmerk der chinesischen Aufsichtsbehörden auf Versicherungs- und Immobilienunternehmen und deren ausländische Akquisitionen, die durch inländische Versicherungspolicen und inländische Bankkredite finanziert werden.

Da die Auslandsakquisitionen relativ illiquide Anlagen betreffen, hat dies das Liquiditätsrisiko für diese Unternehmen sowie für das Finanzsystem insgesamt erhöht. Die Behörden haben zudem versucht, Kapitalabflüsse zu bremsen, um eine Schwächung des Renminbi zu verhindern. Mit der weitläufigen Konsolidierung der Regulierungen im Finanzsektor hat auch die Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen eine schärfere Kontrolle der Aktienanlagen durch Versicherungsfonds eingeführt und die Risiken bei Geschäften mit Kapital aus hochrentierlichen und kurzfristigen Versicherungsprodukten begrenzt.

Chinas Führung scheint weiterhin wichtige Reformen vorantreiben zu wollen, die sich nicht allein auf den Finanzbereich beschränken. Wir begrüßen die Bemühungen zur weiteren Liberalisierung sämtlicher Bereiche der Wirtschaft und des Markts, da es für ausländische Anleger in vielen Bereichen weiterhin schwierig ist, mit staatlich kontrollierten Firmen zu konkurrieren.

Es sollte allerdings beachtet werden, dass einige staatliche Unternehmen eine hohe Schuldenlast tragen. Sollten ausländische Investoren zu Kooperationen mit ihnen gezwungen werden, müssten unter Umständen zusätzliche Risiken berücksichtigt werden.

Während meines jüngsten Besuchs in Beijing haben meine Kollegen und ich die Firmenzentrale eines großen Automobilherstellers außerhalb der Stadt besucht. Das Gebäude war wunderschön (und riesig!), in Form eines glänzend weißen Ovals.  Der Automobilsektor ist ein gutes Beispiel für den Einfluss und die Integration ausländischer Firmen, da das von uns besuchte Unternehmen neben seiner eigenen lokalen Automobilmarke auch Joint Ventures mit ausländischen Firmen unterhält.

Es ist für mich eindeutig, dass China seine Märkte weiter öffnen und in vielerlei Hinsicht mit ausländischen Anlegern zusammenarbeiten muss, um weiter wachsen zu können. Wir richten unseren Blick auf die potenziellen Chancen, die das kommende Jahr bieten wird.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

Wichtige Hinweise

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte gehören, sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

[1] Quelle: US Energy Information Administration, „Chinese Coal-Fired Electricity Generation Expected to Flatten as Mix Shifts to Renewables“, 27. September 2017. Es kann nicht zugesichert werden, dass sich Schätzungen, Vorhersagen oder Prognosen als richtig erweisen.