Ausblick auf die Schwellenländer 2018

Ausblick auf die Schwellenländer 2018Jan 2, 2018

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Im Zuge der Auf- und Abschwünge des Markts habe ich mich schon immer für eine Anlage in Schwellenländern ausgesprochen. 2017 gestaltete sich diese Aufgabe für mich allerdings etwas leichter. Die Schwellenländer verzeichneten 2017 (am MSCI Emerging Markets Index gemessen) eine positive Wertentwicklung und konnten die (am MSCI World Index gemessenen) Industrieländer im zweiten Jahr in Folge übertreffen.[1] Meiner Meinung nach sind dies spannende Zeiten, um als Anleger in diesem Bereich tätig zu sein. Carlos Hardenberg und Chetan Sehgal erläutern den Ausblick der Templeton Emerging Markets Group für das Jahr 2018 und heben einige Bereiche dieser dynamischen und sich ständig verändernden Märkte hervor, in denen sie potenzielle Chancen sehen.

Eine Reihe von Chancen, insbesondere in Asien

Unseres Erachtens ist Asien jetzt die aufregendste Region unter den Schwellenländern. China, Südkorea, Indien, Taiwan und Länder wie Indonesien bieten eine Reihe von Chancen. Da wir die Titel nach fundamentalen Aspekten auswählen, sind wir ebenso über einzelne Chancen in anderen Teilen der Welt erfreut, wie z.B. in Russland, das kürzlich am Markt in Ungnade gefallen ist. In solchen Situationen finden wir Unternehmen, die wir als extrem gut geführt einschätzen, die rasant wachsen und ein Engagement in wichtigen Themen wie Wirtschaftswachstum, demographische Veränderungen und lokale Verbrauchertrends ermöglichen. Tatsächlich hat die Unbeliebtheit dieser Märkte zur Folge, dass wir das Engagement in Unternehmen mit guten Fundamentaldaten zu Preisen erhöhen konnten, die wir als recht attraktiv erachtet haben.

Ähnlich sieht es mit Chancen in Lateinamerika aus. Brasilien hat sich von einer langen Rezession erholt und steht vor einigen Herausforderungen, darunter die hohe Arbeitslosigkeit sowie umfangreiche Korruptionsskandale. Wir beurteilen die Möglichkeiten in diesem Markt angesichts des neuen Reformeifers jedoch allgemein positiv. Darüber hinaus entdecken wir attraktive Anlagemöglichkeiten in anderen Ländern Lateinamerikas, insbesondere in Argentinien.

Und nicht zuletzt freuen wir uns sehr über Grenzmärkte rund um den Globus, nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien und Lateinamerika. Diese Märkte bieten unserer Meinung nach die Chancen von morgen, sie eignen sich ideal für langfristig orientierte Anleger mit einem Zeithorizont von über fünf Jahren.

Topthemen: Technologie und Konsum

Die gesamten Sektorgewichtungen von Energie- und Materialtiteln im MSCI Emerging Markets Index sind von annähernd 40 % vor etwa zehn Jahren auf knapp 14 % im Oktober 2017 gesunken. Die Gewichtungen von Informationstechnologie-(IT)-Titeln und Konsumunternehmen hingegen nehmen stetig zu.[2] Inzwischen nimmt der IT-Sektor mit etwa 30 % die höchste Gewichtung im Index ein – ein Ergebnis sowohl der jüngsten besseren Wertentwicklung gegenüber dem Gesamtindex als auch des Anstiegs einer Reihe von bedeutenden IT-Akteuren nicht nur in Südkorea und Taiwan, sondern auch in China. Darüber hinaus unterstützen die IT-Unternehmen der Schwellenländer nicht mehr nur die Produkte der Industrieländer, indem sie Komponenten oder Geräte in Lizenz herstellen, sondern sie entwickeln inzwischen auch technologische Markenprodukte, die in die gesamte Welt exportiert werden und an Dynamik sowie Marktanteile gewinnen.

Technologie führt allgemein zu einer höheren Effizienz und zu Innovationen. Sie versetzt Unternehmen in die Lage, rascher zu wachsen, Wettbewerbsvorteile und einen relativ hohen Marktanteil zu erzielen, der das Unternehmen lange Zeit schützt. Chancen im IT-Sektor können sehr unterschiedliche Formen annehmen, so z.B. E-Commerce-Geschäftsmodelle, wie man in Lateinamerika sieht, ferner Unternehmen, die IT-Komponenten für Autos außerhalb Taiwans oder Südkorea oder digitale Banken in Asien und Afrika entwickeln.

Beispielsweise erlebt die Automobilindustrie einen Wandel hin zu energieeffizienteren Elektrofahrzeugen. Viele Unternehmen in Schwellenländern bereiten sich darauf vor, eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung von Lösungen nicht nur im Softwarebereich, sondern auch bei Komponenten und Kraftübertragung zu spielen. Daher befinden wir uns in der besonderen Lage, in der wir rasch wachsende und führende Unternehmen in China, Südkorea und Taiwan ausfindig machen, die von dem grundlegenden Wandel weg vom Verbrennungsmotor hin zu alternativen Antrieben, auch für Elektrofahrzeuge, profitieren dürften.

Uns gefallen auch Konsumgütersektoren. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen in die Höhe schnellen wird, da die Haushaltseinkommen in den Schwellenländern weiter steigen. Alleine Vietnam verzeichnet einen Anstieg seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf von 500 auf 3.000 US-Dollar innerhalb von acht bis neun Jahren, was sich einer drastisch höheren Kaufkraft ausdrückt. Diese Verbraucher wollen Waren und Dienstleistungen. Aus Anlegersicht sind wir besonders an Unternehmen interessiert, die diesen Bedarf mit lokalen Marken und regional hergestellten Waren abdecken.

Mehr Spielraum für eine Erholung der Unternehmensgewinne in Schwellenländern

Im Hinblick auf Bewertungen als Ganzes haben wir festgestellt, dass die Gewinne zahlreicher Unternehmen der Schwellenländer sich bezüglich Rentabilität, Margen und Eigenkapitalrendite schrittweise verbessern, nachdem diese Variablen jüngst unter Druck geraten waren. Wir stellen einen besseren Einblick in die Gewinnprognosen fest und sind der Auffassung, dass die Gewinne noch reichlich Spielraum nach oben haben. Fasst man all diese Faktoren zusammen, kommen wir zu der Einschätzung, dass die Bewertungen von Unternehmen der Schwellenländer Ende 2017 noch immer sehr attraktiv sind.

Es kann zu Volatilität kommen, insbesondere weil Investitionsströme häufig die sich ständig ändernden Einstellungen zum wahrgenommenen Risiko widerspiegeln können. Dies gilt vor allem für Mittelzuflüsse, wenn Anleger eine höhere Risikobereitschaft zulassen, und für Mittelabflüsse, wenn Anleger eine erhöhte Risikoaversion an den Tag legen. Weniger reife Märkte werden häufig sehr von Stimmungen geprägt. Daher könnten die Aktienkurse in diesen Ländern skeptische Einstellungen rasch widerspiegeln. Dennoch haben wichtige globale Investoren einen geringeren Anteil an dem Engagement in dieser Assetklasse, der niedriger ausfällt als wir annehmen würden angesichts des Anteils des globalen BIP und der Marktkapitalisierung, den die Schwellenländer ausmachen. Dies könnte nachhaltige Mittelzuflüsse unterstützen.

CFA® und Chartered Financial Analyst® sind Marken des CFA Institute.

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Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

Wichtige Hinweise

Alle Anlagen beinhalten Risiken, auch den möglichen Verlust der Kapitalsumme. Anlagen in ausländischen Wertpapieren sind mit besonderen Risiken behaftet, darunter Währungsschwankungen sowie ungewisse wirtschaftliche und politische Entwicklungen. Anlagen in Schwellenländern, zu denen als Untergruppe auch die Grenzmärkte gehören, sind mit erhöhten Risiken in Bezug auf dieselben Faktoren verbunden. Hinzu kommen die durch ihre kleinere Größe, ihre geringere Liquidität und die nicht so fest gefügten rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen zur Stützung der Wertpapiermärkte bedingten Gefahren. Da diese Rahmenbedingungen in Grenzländern in der Regel noch geringer ausgeprägt sind und diverse Faktoren vorliegen, wie gesteigertes Potenzial für extreme Preisschwankungen, Illiquidität und Handelsbarrieren und Wechselkurskontrollen, werden die mit Schwellenländern verbundenen Risiken in Grenzländern verstärkt. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen.

[1] Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index bildet die Wertentwicklung von Aktien von Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern ab. Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

[2] Quelle: MSCI. Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Weitere Informationen zu Datenanbietern finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.