Zur Volatilität an den AktienmärktenOct 30, 2018

Der Oktober ist seinem Ruf als volatiler Monat gerecht geworden: Sorgen über steigende US-Zinsen, eine Abkühlung des Wachstums in China und die anstehenden Midterm-Wahlen in den USA scheinen viele Anleger verschreckt zu haben. Die Franklin Equity Group bietet ihre Einschätzung der jüngsten Turbulenzen und erklärt, warum Volatilität attraktive Chancen eröffnen kann und warum das Investmentteam nach wie vor gute Gründe für eine Anlage in Technologieunternehmen sieht.

Ein paar Worte zur Volatilität der Aktienmärkte

Unsicherheit in Verbindung mit Handelsspannungen, Sorgen um das globale Wachstum (da der jüngste Bericht Chinas zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts die Marktteilnehmer enttäuschte) und Befürchtungen in Bezug auf das Tempo und das Ausmaß zukünftiger Zinserhöhungen haben während der letzten Wochen zu Marktvolatilität beigetragen.

Darüber hinaus könnten die in den USA anstehenden „Midterm-Wahlen“ sowie die in den Medien gemeldeten geopolitischen Ereignisse das Verhalten der Anleger beeinflussen.

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Weltwirtschaft ein für die Fundamentaldaten von Unternehmen günstiges Umfeld bietet. Das belegt der Umsatz-, Gewinn- und Cashflowzuwachs in zahlreichen Branchen.

Bei unseren US-Anlagestrategien besteht unser Ziel darin, in Unternehmen zu investieren, die unserer Einschätzung nach starke Plattformen aufweisen, gegenüber dem Wettbewerb gut aufgestellt sind und langfristige Wachstumsaussichten aufweisen, die vom Markt nicht angemessen gewürdigt oder erkannt werden. Hierbei versuchen wir, über kurzfristige Marktvolatilität hinweg zu sehen, um innerhalb unserer Portfolios opportunistisch von Schwächephasen des Markts zu profitieren.

Wir unterziehen unsere Positionen einer kontinuierlichen Überprüfung, um sicherzustellen, dass unsere ursprünglichen Gründe für eine Anlage weiterhin intakt sind, und um zu prüfen, ob es an der Zeit ist, unsere Positionen zu verstärken oder zu verkleinern.

Der im Oktober in den USA verzeichnete Abverkauf am Markt fand auf breiter Basis statt, wobei in sämtlichen Sektoren Renditen von -8 % oder darunter verzeichnet wurden. Hiervon ausgenommen waren lediglich die traditionell defensiven Sektoren Versorgung und nichtzyklische Konsumgüter, die im bisherigen Monatsverlauf (bis zum 24. Oktober 2018) positive Renditen im niedrigen einstelligen Bereich erzielen konnten.[1]

Die zyklisch ausgerichteten Sektoren Materialien (-13,0 %), Energie (-12,5 %), zyklische Konsumgüter (-12,2 %) und Industrie (-11,6 %) haben sich im bisherigen Monatsverlauf schwächer entwickelt als der breitere US-Markt (S&P 500 Index: -8,76 %).[2]

Insbesondere zum Informationstechnologiesektor, der in mehreren unserer Strategien stark vertreten ist, haben eine ganze Reihe von Anfragen erhalten. Der S&P 500-Informationstechnologiesektor hatte zum 30. September 2018 seit Jahresbeginn 20,62 % zugelegt. Bis zum 24. Oktober 2018 stand für den laufenden Monat ein Minus von 10,76 % zu Buche.[3]

Unsere Einschätzung der langfristigen Fundamentaldaten, die diesem Sektor Unterstützung bieten, hat sich nicht verändert. Wir beobachten nach wie vor das ungebrochene Thema der „digitalen Transformation“, bei dem Technologieunternehmen zunehmend Einfluss auf traditionell nicht-technologische Märkte haben. Weitere Faktoren, die dem Sektor künftig Aufwind geben dürften, sind die niedrigeren Steuern sowie die Notwendigkeit, angesichts des zunehmend angespannten Arbeitsmarkts die Produktivität zu steigern. Unsere Einschätzung beruht unter anderem auf den folgenden Überlegungen:

  • Ein wichtiger Frühindikator für die von Unternehmen getätigten Investitionen in Technologie ist eine inkrementelle Veränderung ihrer Rentabilität. Aufgrund der Herabsetzung der Körperschaftsteuer in den USA wird weitläufig damit gerechnet, dass US-Unternehmen 2018 höhere Rentabilitätskennzahlen aufweisen werden. Diese gestiegene Rentabilität schlägt sich Meldungen zufolge in erhöhten Kapitalrenditen und sogar in Bonuszahlungen an Mitarbeiter nieder. Allerdings hören auch immer öfter, dass Unternehmen außerhalb des Technologiesektors aufgrund der Steuersenkungen beabsichtigen, stärker in Technologie zu investieren.
  • Abgesehen von niedrigeren Steuersätzen hatte das in den USA verabschiedete Steuergesetz auch eine Rückführung von im Ausland gehaltenen Geldern zur Folge, und wir rechnen mit verbesserten Kapitalrenditen aufgrund zunehmender Aktienrückkäufe und einer Anhebung der Dividenden.
  • Investitionen in Technologie zielen häufig auf eine Steigerung der Produktivität ab. Da der Arbeitsmarkt immer knapper wird, dürfte es für Unternehmen unserer Einschätzung nach zunehmend attraktiv werden, sich für eine Steigerung ihrer Ausbringungsmengen zunehmend auf Technologie zu stützen.

Sollten sich diese Thesen in den kommenden Monaten nicht bewahrheiten, könnte dies weitere Volatilität im Technologiesektor nach sich ziehen, während Anleger die langfristigen Auswirkungen der Steuerreform und der Investitionen in Technologie einer neuerlichen Prüfung unterziehen.

Es gibt viele Technologieunternehmen, die unserer Einschätzung nach gut für Wachstum positioniert sind – ganz gleich, wie sich die allgemeinen Wirtschaftsbedingungen weiter entwickeln. Unserer Anlagephilosophie und unserem Anlageprozess entsprechend sind wir davon überzeugt, dass Volatilität Anlegern mit einem disziplinierten, langfristigen Ansatz häufig attraktive Chancen für Anlagen in starken Unternehmen bietet, die vom Markt kurzfristig fehlbewertet werden.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen in diesem Dokument dienen nur zu Informationszwecken und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung für bestimmte Wertpapiere oder Anlagestrategien anzusehen. Da die Märkte und die wirtschaftlichen Bedingungen schnellen Änderungen unterworfen sind, beziehen sich Kommentare, Meinungen und Analysen auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung und können sich ohne Ankündigung ändern. Dieses Dokument ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region, einen Markt, eine Anlage oder eine Strategie gedacht.

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Welche Risiken bestehen?

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals.  Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Die Technologiebranche kann durch die Veralterung bestehender Technologie, kurze Produktzyklen, sinkende Preise und Gewinne, Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer und die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen erheblich beeinflusst werden.

[1] Quelle: Morningstar Direct, seit Monatsbeginn bis 24. Oktober 2018. Auf Basis der Sektorklassifizierungen im S&P 500 Index. Indizes werden nicht gemanagt, und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.

[2] Ebd.

[3] Ebd.