Turbulenzen am Aktienmarkt und ihr KontextJan 22, 2019

Zweifelsohne waren viele Aktienanleger froh, 2018 endlich hinter sich lassen zu können. Insbesondere die erhöhte Volatilität im vierten Quartal überraschte viele Anleger. Laut Ed Perks, CIO von Franklin Templeton Multi-Asset Solutions, wird in den Diskussionen um die Volatilität häufig außer Acht gelassen, dass sie nicht von einer breiten Verschlechterung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten herrührt. Und zudem hätten sich die Anleger an niedrige Volatilität derart gewöhnt, dass 2018 tatsächlich nur eine Rückkehr auf „normale Niveaus“ markierte.

Putting Equity-Market Turbulence into Context

Die Schlagzeilen und Marktkommentare wurden vor allem in den letzten Monaten von 2018 von Diskussionen um den deutlichen Anstieg der Marktvolatilität dominiert. Wir müssen jedoch daran erinnern, dass die Volatilität 2017 außerordentlich gering war. Aus unserer Sicht markierte 2018 die Rückkehr zu normaleren Niveaus.

Dennoch erkennen wir gegenwärtig keine systemische Verschlechterung der Fundamentaldaten am Markt. Daher unterscheidet sich die jüngste Marktentwicklung stark von früheren großen Abverkäufen wie 2008.

Die jüngste Rückkehr einer „normalen“ Volatilität kommt angesichts von Faktoren wie z. B. der Konjunkturverlangsamung, der Handelsspannungen zwischen den USA und China und der Handelsdynamik am Markt nicht überraschend. Hierbei sollte die politische Unsicherheit einschließlich der aktuellen Haushaltssperre in den USA bei der Entstehung von Volatilität an den Märkten nicht unterschätzt werden.

Auch wenn sie keine direkten finanziellen Folgen hat, kann die Unsicherheit mit der daraus resultierenden Anlegerstimmung für die Finanzmärkte eine Belastung darstellen. Es geht um die Handlungsfähigkeit der geteilten US-Regierung in den kommenden zwei Jahren und um ihre Fähigkeit zum effizienten Umgang mit unerwarteten Krisen.

Darüber hinaus dürfte der zunehmende Einfluss des rechnergestützten Handels und quantitativer Modelle, die auf Datenmustern basieren und nicht auf Fundamentaldaten von Unternehmen, Ende 2018 besonders überzogene Marktbewegungen ausgelöst haben, die den Dezember zu einem extremen Ausreißer im Vergleich zu „normaler“ Volatilität machten.

Blick auf die Fundamentaldaten

Beim Konjunkturausblick achten wir genau auf Anzeichen für eine Verlangsamung der US-Konjunktur. Im Dezember senkte die US-Notenbank (Fed) ihre Schätzung für das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts für 2019 auf 2,3 % gegenüber noch 2,5 % im September, und 2018 lag das Wachstum gar noch auf fast 3 %.

Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, ein gängiges Maß für die Industrietätigkeit, verzeichnete für Dezember sein niedrigstes Niveau seit Ende 2016. Zugleich dürften die Vorteile aus den Steuersenkungen, die das US-Wachstum 2018 stützten, im kommenden Jahr weiter schwinden.

Wettgemacht werden diese Aspekte durch vereinzelte positive Nachrichten und Daten wie kürzlich den überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht.

Diese Ungewissheit um den künftigen Konjunkturpfad führt zu einer stärker datenabhängigen Fed führen, die von ihren 2018 weithin erwarteten vier Zinsanhebungen abgeht. Dies dürfte in Verbindung mit dem anhaltenden Abbau der Fed-Bilanz in den kommenden Monaten weiterhin eine Grundlage für Volatilität bilden.

Gründe für das Ausbleiben einer baldigen Rezession

Auch vor diesem Hintergrund erkennen wir weder eine breitbasierte Schwäche bei den Fundamentaldaten der Unternehmen, noch erwarten wir auf kurze Sicht den Übergang in ein Umfeld der Rezession.

Insgesamt sehen wir weiterhin Spielraum für Gewinnwachstum und möglicherweise bessere Aktienrenditen, wenn auch wohl erst in einigen Monaten, wenn die Stimmung nicht mehr an den politischen Turbulenzen festgemacht und nachhaltigen Fundamentaldaten mehr Beachtung geschenkt wird.

Auf Sektorebene verdienen aus unserer Sicht Finanztitel eine nähere Betrachtung. Banken sehen sich durch die mögliche Pause im Anhebungszyklus der Fed enormem Druck ausgesetzt; doch solide Bilanzen und Gewinnwachstum können sie insbesondere bei guter Titelauswahl zu attraktiveren Kaufzielen machen.

Die Kehrseite sind einige Sektoren, bei denen größere Vorsicht geboten ist, allen voran der Energiesektor mit seiner ungewissen Ölpreisentwicklung.

Zwar kann Volatilität für einen Anleger schwer zu ertragen sein, doch sie kann auch Chancen schaffen. Letztlich betrachten wir das sich ändernde Umfeld als Chance zur Anpassung von Portfolios und zur möglichen Aufnahme neuer Positionen.

Die Marktvolatilität passt bestens zu unserem Bottom-up-Investmentansatz und zu unserem aktiven Management, so dass wir attraktive Chancen für unsere Portfolios entdecken können.

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