Kein Grund zur Panik

Kein Grund zur Panik

Wir erwarten weiterhin, dass sich der Ausblick für die Weltwirtschaft als belastbarer erweisen wird, als von vielen Marktteilnehmern vorhergesagt wird. Die Handelslage und das politische Umfeld sind zwar sehr viel volatiler als in früheren Zeiten, die US-Wirtschaft hält sich jedoch auch weiterhin relativ gut und sollte den durchwachsenen Ausblick für den Rest der Weltwirtschaft teilweise ausgleichen.

Im Juli beschloss der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank (Fed) die erste Leitzinssenkung seit zehn Jahren. Die seitdem eingetretene Entwicklung kann ohne jeden Zweifel – in den Worten des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell – als „ereignisreich“ beschrieben werden. Die globalen Produktionszahlen sind rückläufig, die Proteste in Hongkong haben sich verschärft, saudi-arabische Ölfelder wurden mit Drohnen angegriffen, in den USA wurde eine Untersuchung für ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet und die Türkei hat eine Militäroffensive in Syrien gestartet. Gleichzeitig hat sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter verschärft (auch wenn eine kürzlich erzielte Einigung, im Zuge derer eine weitere Runde von Zöllen ausgesetzt werden soll, wenn sich Peking im Gegenzug verpflichtet, höhere Mengen an landwirtschaftli-chen Produkten aus den USA zu kaufen, den Druck ein wenig vermindert hat). Die Volatilität hat zugenommen, was an den Märkten für Nervosität gesorgt hat.

Die durch die unkonventionelle Geldpolitik verursachte Liquiditätsschwemme am Markt führt nach wie vor zu Verzerrungen an den Finanzmärkten – insbesondere im Hinblick auf die Bewertung von Risikoanlagen. Gleichzeitig drängt sie Anleger hin zu riskanteren, weniger liquiden Vermögenswerten. Bei dem aktuellen Niveau sind wir in vielen Regionen und Sektoren weiterhin vorsichtig aufge-stellt. Aus Sicht eines Rentenanlegers empfehlen wir, Kapital in äußerst liquiden Bereichen des Marktes bereitzu-halten, um Phasen erhöhter Volatilität für Anlagen in grundsätzlich soliden Sektoren zu attraktiveren Bewertungen zu nutzen.