Ausblick
Zwei unserer Portfoliomanager für asiatische Aktien sind im März 2026 nach Südkorea gereist. Das Engagement der Anleger in dem Land hat in diesem Jahr deutlich zugenommen: Erheblich mehr neue Anleger sind zu Konferenzen und Unternehmensversammlungen gekommen. Eine Konferenz, an der die Portfoliomanager teilnahmen, verzeichnete einen neuen Rekord von mehr als 250 anwesenden ausländischen Investoren.
Im Folgenden teilen wir einige Beobachtungen, die die Portfoliomanager auf ihrer Reise gemacht haben.
Politik ist kein Hintergrundfaktor mehr, sondern Teil der Anlagethese.
In den Gesprächen, die wir geführt haben, wurde deutlich, dass die Unternehmen sich aktiv entsprechend den politischen Rahmenbedingungen positionieren, anstatt lediglich auf diese zu reagieren. Das liegt zum Teil daran, dass einige politische Maßnahmen Finanzmittel für Unternehmen umfassen, die sich möglicherweise zu einem Wettbewerbsvorteil ausbauen lassen und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen können. Regulatorische Klarheit reduziert auch die Unsicherheit und ermöglicht die Kapitalplanung. Ein Beispiel ist der Finanzsektor, wo eine progressive Dividendenpolitik zum Standard wird. Schätzungsweise 60 % bis 80 % der in Südkorea börsennotierten Versicherer haben nach der Veröffentlichung von IFRS 17, dem internationalen Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge, progressive Dividendenregelungen eingeführt oder angekündigt.
Ein starker Zyklus, aber wie geht es weiter?
Die Sicherheit der künftigen Nachfrage ist über alle Sektoren hinweg gut, aber die Anleger sprechen inzwischen mehr über Katalysatoren für graduelle Wertsteigerungen und die Nachhaltigkeit der Nachfrage. Im Bereich Halbleiterspeicher haben sich die Margen den Spitzenwerten angenähert, und der Ton der Unternehmensführungen deutet darauf hin, dass angesichts der starken Positionierung der Anleger die Katalysatoren für zusätzliche Wertsteigerungen begrenzt sind. Eine subtile, aber wichtige Veränderung, die wir vor Ort wahrnehmen, besteht darin, dass in den Kommentaren allmählich weniger das Wertsteigerungspotenzial der Anlagen gefeiert wird, und zunehmend Gründe für ein Anhalten des Aufwärtstrends gesucht werden.
Lieferengpässe werden über Gewinner und Verlierer entscheiden
Während in Top-down-Erzählungen die starke Endnachfrage betont wird, haben unsere Gesprächspartner wiederholt auf angebotsseitige Beschränkungen als entscheidender Faktor hingewiesen. Im Bereich Halbleiterspeicher schränken Engpässe bei wichtigen Bauteilen wie Low-Power-Speichern und fortschrittlichen Substraten die Möglichkeit ein, die Produktion zu skalieren. Selbst bei starker Nachfrage kann also die mangelnde Verfügbarkeit von Bauteilen dazu führen, dass Aufträge nicht in Umsatz umgewandelt werden.
Eine weitere angebotsseitige Beschränkung ist die Kundenkonzentration. Preise und Margen hängen von einer kleinen Anzahl sehr großer Kunden ab. Dies könnte die Gewinnsensibilität gegenüber dem Kundenverhalten erhöhen und das Wertsteigerungspotenzial einschränken.
Unsere Einblicke während der Südkoreareise deuten darauf hin, dass die Nachfragebedingungen zwar in allen Sektoren weiterhin günstig sind, der Fokus der Unternehmensführungen sich jedoch auf die politische Ausrichtung, die Umsetzungsstärke und Kapitaldisziplin verlagert hat.
Insgesamt scheint das Chancenspektrum zunehmend von der jeweiligen sektorspezifischen Dynamik in den Bereichen Umsetzung, Regulierung und Kapitalallokation geprägt zu sein und nicht länger allein von der Dauerhaftigkeit der Nachfrage.
Marktkommentar: Erstes Quartal 2026
Die Kurse von Schwellenländeraktien sanken im ersten Quartal 2026 leicht unter dem Einfluss der geopolitischen Spannungen. Künstliche Intelligenz (KI) spielte in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 eine große Rolle, nachdem starke Halbleiter-Umsatzzahlen eine Rally ausgelöst hatten. Am letzten Tag im Februar trübte sich die Stimmung etwas ein, als der geopolitische Konflikt im Nahen Osten sich verschärfte und zu einer höheren Volatilität beitrug. Der MSCI EM Index rentierte im Berichtsquartal mit -0,10 %, während der MSCI World Index um -3,48 % nachgab.
Der Markt der asiatischen Schwellenländer ging insgesamt zurück. Angesichts der weltweiten großen Belastungen aufgrund des sich zuspitzenden Konflikts im Nahen Osten machte die inländische Stärke mehrerer Länder keinen Unterschied. Chinesische und indische Aktien verzeichneten einige Verluste. Die Stimmung unter Chinas Internetunternehmen erreichte einen Tiefpunkt aufgrund von Bewertungsbedenken und der Sorge, dass der zunehmende Wettbewerb die Gewinne schmälern wird. Chinesische KI-Aktien erlebten eine kurze Rally nach der Einführung des Open-Source-KI-Agenten OpenClaw, der in der Lage ist, Aufgaben autonom auszuführen. Dieser Überschwang übertrug sich auf die Internetunternehmen, die den KI-Agenten in ihre Benutzerplattformen integriert haben. Indische Aktien fielen aufgrund des steigenden Ölpreises und der Befürchtung, dass eine längere Phase mit höheren Ölpreisen eine höhere Inflation, ein Haushaltsdefizit und eine Verringerung der Unternehmensmargen nach sich ziehen könnte.
Südkoreanische und taiwanesische Aktien entwickelten sich stark, da das Thema KI weiter an Bedeutung gewann. Der südkoreanische Aktienmarkt profitierte zusätzlich davon, dass der Präsident die Umsetzung eines Plans zur Stabilisierung der Finanzmärkte angeordnet hatte, sowie von dem Verbot der Mehrfachnotierungen an den südkoreanischen Börsen.
Die Aktienmärkte in den Schwellenländern der Region Europa, Naher Osten und Afrika bewegten sich kaum, während die Lage im Nahen Osten sehr unruhig war. Die USA und Israel starteten die „Operation Epic Fury“, eine Reihe koordinierter Luftangriffe im Iran. Der Konflikt weitete sich auf den Nahen Osten aus und verursachte Unterbrechungen auf den Schifffahrtsrouten, was den Ölpreis in die Höhe trieb. Dies führte zu breiten Kursverlusten in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Die Aktien aus den VAE gehörten dabei zu den Schlusslichtern in der Region. Vor dem Hintergrund der historischen Maßnahmen der Regierung während der globalen Finanzkrise und der Coronapandemie erwarten unsere Portfoliomanager für Nahost-Aktien eine starke politische Reaktion der VAE auf diese Situation. Regierungsbeamte haben bereits landesweit Gespräche mit Wirtschaftsakteuren aufgenommen, um sich ein Bild von den wichtigsten Druckpunkten zu machen. Wir gehen davon aus, dass nach diesen Konsultationen weitere politische Maßnahmen angekündigt werden.
Die Aktien der lateinamerikanischen Schwellenländer stiegen insgesamt im Wert, wobei auch auf Länderebene in den meisten Fällen Gewinne verzeichnet wurden. Die brasilianische Zentralbank hat endlich begonnen, ihren Leitzins zu senken. Eines der an der Marktkapitalisierung gemessen größten börsennotierten Unternehmen des Landes, an dem der Staat die Mehrheit hält, verzeichnete 2025 einen stetigen Anstieg seines Aktienkurses. Grund war die Rekordproduktion von Öl und Gas, die den Jahresgewinn fast verdreifachte. Die Binneninflation in Mexiko stieg Anfang 2026 wieder an und überschritt die von der Zentralbank gesetzte Obergrenze von 4 %. Dadurch sanken die Erwartungen im Hinblick auf Zinssenkungen.
Indexdefinitionen
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren.
Der MSCI All Country World Index ist ein streubesitzbereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der globalen Industrie- und Schwellenländer abbilden soll.
Der MSCI Brazil Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im brasilianischen Markt messen.
Der MSCI China Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung in den Segmenten chinesische A-Aktien, H-Aktien, B-Aktien, Red Chips, P Chips und ausländische Notierungen (z. B. ADRs).
Der MSCI EM Asia ex Japan Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus zwei von drei Industrieländern (ohne Japan) und acht Schwellenländern in Asien.
Der MSCI EM Latin America Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus fünf Schwellenländern Lateinamerikas.
Der MSCI EM EMEA Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus elf Schwellenländern der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA).
Der MSCI EM Index ist ein streubesitzbereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der Schwellenländer weltweit abbilden soll.
Der MSCI India Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im indischen Markt messen.
Der MSCI Mexico Index ist darauf ausgerichtet, die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im mexikanischen Markt abzubilden.
Der MSCI South Korea Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im südkoreanischen Markt messen.
Der MSCI Turkey Index ist darauf ausgelegt, die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im türkischen Markt abzubilden.
Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 23 Industrieländern.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer. Anlagen in Unternehmen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region können einer größeren Volatilität unterliegen als Anlagen, die geografisch breiter gestreut sind.
Der Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch, und daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle. Investments in China, Hongkong und Taiwan unterliegen speziellen Risiken, dazu gehören eine geringere Liquidität, Enteignungen, eine konfiskatorische Besteuerung, Spannungen im internationalen Handel, Verstaatlichung sowie Devisenkontrollbestimmungen und eine hohe Inflation. All dies kann negative Auswirkungen auf den Fonds haben. Investments in Hongkong und Taiwan könnten wegen der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China negativen Einflüssen unterliegen.
Alle Unternehmen und/oder Fallstudien im vorliegenden Dokument dienen lediglich der Veranschaulichung. Eine entsprechende Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton empfohlenen Portfolio gehalten. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sind kein Hinweis auf Handelsabsichten für ein durch Franklin Templeton verwaltetes Portfolio.
Anlagestrategien, die darin bestehen, thematische Anlagechancen zu identifizieren, können beeinträchtigt werden, wenn der Anlageverwalter die tatsächlichen Chancen nicht erkennt oder wenn sich das Thema auf nicht erwartete Weise entwickelt.
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WF: 9667912
