AUTOREN

Max Gokhman, CFA
Deputy Chief Investment Officer
Franklin Templeton Investment Solutions

Tom Nelson, CFA, CAIA
Head of Market Strategy
Franklin Templeton Investment Solutions

Miles Sampson, CFA
Head of Asset Allocation Research,
Franklin Templeton Investment Solutions
Vorschau
Angesichts der ausgereizt scheinenden Marktstimmung und Positionierung sowie der herausfordernden Unternehmensgewinnerwartungen sind Anfang Februar die Aktienbewertungen die Hauptsorge der Anleger.
Wir halten diese Bedenken zwar für berechtigt, gehen jedoch davon aus, dass die Märkte weiterhin von soliden makroökonomischen und unternehmensbezogenen Fundamentaldaten gestützt werden dürften. Unsere eingehende Analyse von Wachstum, Inflation und Unternehmensgewinnen stimmt uns zuversichtlich, dass der derzeitige Optimismus auf soliden Grundlagen basiert und nicht auf irrationaler Euphorie.
Wir halten die derzeitigen hohen Bewertungen für gerechtfertigt, da das über dem Trend liegende Wachstum und die anhaltende Disinflation ein „Goldlöckchen“-Umfeld für Aktien darstellen. Wir erwarten zudem, dass die Fiskal- und Geldpolitik insgesamt unterstützend wirkt, wobei dies von der Wirkung des politischen Gegenwinds abhängt. Neben den makroökonomischen Erwägungen erachten wir die robusten Unternehmensgewinne als positiv für Risikoanlagen.
Auch wenn die ausgereizt scheinende Marktstimmung und Positionierung Argumente für eine vorsichtige Haltung gegenüber Risikoanlagen liefert, überwiegen unserer Einschätzung nach die starken Fundamentaldaten.
Vor diesem Hintergrund bleiben wir in unserem Basisportfolio bei unserer leichten Übergewichtung von Aktien, der eine Untergewichtung von Anleihen gegenübersteht. Zur Diversifikation und Absicherung investieren wir zudem in Rohstoffe und alternative Anlageformen.
Makro-Themen
Das Wachstum erweist sich als widerstandsfähig
- Wegen der Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und dank zahlungskräftiger Konsumenten haben sich die konjunkturellen Frühindikatoren verbessert.
- Die Unternehmensstimmung scheint gut zu sein, wie positive Gewinnprognosen und der Ausblick für 2026 zeigen.
- Die US-Wirtschaft bleibt robust. Der Arbeitsmarkt hat sich von seiner starken Ausgangslage etwas abgeschwächt, stabilisiert sich jedoch und weist aktuell keine Anzeichen eines Einbruchs auf.
Tendenziell abnehmende Inflation
- In den meisten Industrieländern liegt die Inflation weiterhin über den Zielmarken der Zentralbanken, wobei disinflationäre Tendenzen vorherrschen.
- Die Zölle haben sich sowohl auf die Verbraucherpreise als auch auf die Margen der Unternehmen ausgewirkt. Die Kerninflation könnte weiterhin bestehen, allerdings hat der Inflationsdruck vermutlich seinen Höhepunkt erreicht.
- Die Inflation im Dienstleistungssektor hat sich aufgrund niedrigerer Wohnkosten und Löhne abgeschwächt und die höhere Wareninflation ausgeglichen.
Politik tendenziell unterstützend
- Wirtschaftlicher Gegenwind könnte die US-Notenbank (Fed) davon abhalten, die Zinsen in naher Zukunft erneut zu senken, aber wir rechnen mit einer moderaten Lockerung der Geldpolitik im Laufe des nächsten Jahres.
- Mehrere führende Zentralbanken setzen ihre Lockerungszyklen fort, doch das globale politische Umfeld ist komplexer geworden und zunehmend zweigeteilt.
- In den großen Volkswirtschaften wird die Entwicklung der Asset-Preise zunehmend durch die Fiskalpolitik bestimmt. Unserer Ansicht nach dürften die Steuerrückerstattungen in den USA die negativen Auswirkungen der Zölle ausgleichen, während die Konjunkturmaßnahmen in Japan und Deutschland ebenfalls unterstützend wirken könnten.
Themen für die Portfoliopositionierung
Bullisch mit Augenmaß
- Positive Gewinnkorrekturen und -prognosen stützen unserer Ansicht nach die Dynamik des Aktienmarktes und überwiegen Bewertungsbedenken.
- Die Frühindikatoren und die aktuellen Indikatoren der Wirtschaftskraft bleiben insgesamt positiv und sprechen für risikoreiche Anlagen.
- Die Marktstimmung und die Positionierung scheinen ausgereizt. Wir denken, dass dies etwas Gegenwind für Risikoanlagen bedeutet und die aktuelle Bewertungsdebatte beeinflussen wird.
Chancen in Schwellenländern
- In der Region der Schwellenländer ohne China steigen die Gewinnerwartungen rapide, was zu unserer positiveren Einschätzung der Region beigetragen hat. Auch die makroökonomischen Rahmenbedingungen sind günstig.
- Hinsichtlich US-amerikanischer Large Caps bleiben wir im Vergleich zu Small Caps und Aktien aus anderen Regionen optimistisch. Dabei orientieren wir uns an den kräftigen Gewinnen und einem günstigen makroökonomischen Umfeld.
- Gegenüber internationalen Industrieländeraktien sind wir nach wie vor insgesamt vorsichtig.
Untergewichtung von Staatsanleihen
- Nach unserem Dafürhalten stellt das robuste Wachstum die langfristigen Markterwartungen hinsichtlich einer geldpolitischen Lockerung der Fed in Frage. Andere Zentralbanken schlagen in letzter Zeit restriktivere Töne an.
- In den großen Volkswirtschaften werden die Haushaltsdefizite immer größer, da die Regierungen ihre Ausgaben erhöhen oder Steuern senken, um das Wachstum anzukurbeln. Aufgrund der daraus resultierenden Renditeeffekte sind wir bei der Duration wählerisch.
- Enge Spreads schmälern die risikobereinigten Renditen, die mit Anleihen erzielt werden können. Aufgrund des Wachstums der Gewinne ziehen wir Aktien vor.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich.
Aktien unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden. Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps) können je nach Markt- und Wirtschaftslage bei den AnlegerInnen in Ungnade fallen. Die Risiken der Volatilität bei Small-Cap- und Mid-Cap-Aktien sind größer als bei Large-Cap-Aktien.
Festverzinsliche Wertpapiere sind mit Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie mit dem Risiko eines möglichen Verlusts des Anlagebetrags verbunden. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren. Niedrig bewertete, hochverzinsliche Anleihen sind größeren Preisschwankungen und höheren Illiquiditäts- und Ausfallrisiken ausgesetzt.
Die Vermögensallokation auf verschiedene Strategien, Anlageklassen und Investments kann sich als nicht vorteilhaft erweisen und zu anderen als den gewünschten Ergebnissen führen. Wenn im Rahmen einer Strategie in Unternehmen in einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region investiert wird, kann diese Strategie höherer Volatilität ausgesetzt sein als eine geografisch breiter diversifizierte Strategie.
Rohstoffbezogene Anlagen unterliegen zusätzlichen Risiken wie der Volatilität von Rohstoffindizes, Anlegerspekulation, zins- und wetterbezogenen Risiken sowie nachteiligen steuerlichen und regulatorischen Entwicklungen.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer. Der Einfluss der chinesischen Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch; daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle.
Anlagen in Unternehmen in Privatbesitz sind mit bestimmten Herausforderungen verbunden und bergen gegenüber Anlagen in börsennotierten Unternehmen zusätzliche Risiken. Dazu gehören die begrenzte Verfügbarkeit von Informationen zu diesen Unternehmen sowie der generelle Mangel an Liquidität.
Ein aktives Management garantiert weder Gewinne noch schützt es vor Marktrückgängen. Diversifizierung ist keine Garantie für Gewinne und bietet keinen Schutz vor Verlusten.
WF: 8673910
