AUTOREN

Max Gokhman, CFA
Deputy Chief Investment Officer
Franklin Templeton Investment Solutions

Tom Nelson, CFA, CAIA
Head of Market Strategy
Franklin Templeton Investment Solutions

Miles Sampson, CFA
Head of Asset Allocation Research,
Franklin Templeton Investment Solutions
Zusammenfassung und Themen
Unsere positive Einschätzung von Aktien beruht weiterhin auf einem resilienten weltweiten Wachstum und starken Fundamentaldaten der Unternehmen. Die durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelösten geopolitischen Spannungen haben jedoch die wirtschaftliche Unsicherheit verstärkt.
Vorhersagen zur geopolitischen Lage sind schwierig und erfordern stets eine gewisse Vorsicht, insbesondere bei so unbeständigen und sich rasant entwickelnden Szenarien wie dem aktuellen Konflikt im Nahen Osten. Unserer Ansicht nach ist die vernünftigste Entscheidung für uns als Vermögensverwalter, den Tracking Error in unseren Portfolios zu begrenzen und das Aktienrisiko zu verringern, bis mehr Klarheit herrscht.
Unterbrochene Energielieferungen sind der Hauptgrund für die Spannungen an den Finanzmärkten, und der Iran ist ungeachtet der militärischen Überlegenheit der USA weiterhin in der Lage, die Energieproduktion und den Energietransit zu behindern. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten anhaltend hohe Energiepreise die Inflationserwartungen anheizen, das Vertrauen der Privatwirtschaft untergraben und das Wirtschaftswachstum ausbremsen.
Vor diesem Hintergrund werden wir aufmerksam wichtige Indikatoren in den Bereichen Energie, Militär und Diplomatie verfolgen, um festzustellen, ob sich der Konflikt entspannt, bevor wir Überzeugungen entwickeln und kommunizieren.
Sofern sich die Operation „Epic Fury“1 nicht negativ auswirkt, bleiben die globalen konjunkturellen Frühindikatoren dank der zunehmenden Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor relativ stabil.
Die technischen Marktindikatoren stützen eine optimistische Einschätzung des Aktienmarktes, da sich die zuvor übertrieben positive Marktstimmung und Positionierung auf ein gemäßigteres Niveau normalisiert hat. Allerdings wiegt unserer Ansicht nach derzeit die geopolitische Unsicherheit schwerer als diese Aspekte.
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen sind weiterhin günstig für die Fundamentaldaten der Unternehmen. Dies zeigt sich in unserer Prognose eines Gewinnwachstums von 11,9 % in den USA über die nächsten 12 Monate. Das solide Gewinnwachstum täuscht jedoch über eine Zweiteilung der Erwartungen hinweg, die für Large-Cap-Wachstumswerte im Jahr 2026 besonders herausfordernde Gewinnerwartungen mit sich bringt.
Wir mindern dieses Risiko durch entschiedene Änderungen an unserer Allokation innerhalb der Anlageklasse, die in den Allokationseinschätzungen dieses Monats erläutert werden.
Makro-Themen
Das Wachstum erweist sich als widerstandsfähig
- Wegen der Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und dank zahlungskräftiger Konsumenten haben sich die konjunkturellen Frühindikatoren verbessert.
- Die Unternehmensstimmung scheint gut zu sein, wie positive Gewinnprognosen und der Ausblick für 2026 zeigen.
- Die US-Wirtschaft bleibt robust. Die Arbeitsmarktdaten sind gemischt, bleiben aber stabil.
Anhaltender Inflationsdruck
- In den meisten Industrieländern liegt die Inflation nach wie vor über den Zielmarken der Zentralbanken, auch wenn die Disinflation überwiegend anhält.
- Die Zölle haben sich sowohl auf die Verbraucherpreise als auch auf die Margen der Unternehmen ausgewirkt. Die Kerngüterinflation liegt weiterhin über dem Trend, auch wenn der Aufwärtsdruck möglicherweise seinen Höhepunkt erreicht hat.
- Die Inflation im Dienstleistungssektor hat aufgrund niedrigerer Wohnkosten und Löhne nachgelassen, doch die disinflationären Tendenzen haben sich zuletzt abgeschwächt. Die höheren Energiekosten geben Anlass zur Sorge.
Politische Spaltung
- In den großen Volkswirtschaften wird die Entwicklung der Asset-Preise zunehmend durch die Fiskalpolitik bestimmt. Steuerrückerstattungen in den USA dürften die negativen Auswirkungen der Zölle ausgleichen, während die Konjunkturmaßnahmen in Japan und Deutschland ebenfalls unterstützend wirken könnten.
- Mehrere führende Zentralbanken setzen ihre Lockerungszyklen fort, doch das globale politische Umfeld ist zunehmend zweigeteilt.
- Wirtschaftliche Belastungen, die Energiepreise und die geopolitischen Entwicklungen könnten die US-Notenbank (Fed) daran hindern, im kommenden Jahr die vom Markt erwarteten Zinssenkungen umzusetzen.
Themen für die Portfoliopositionierung
Taktisch neutral
- Vorhersagen zur geopolitischen Lage sind schwierig und erfordern stets eine gewisse Vorsicht. Daher begrenzen wir den Tracking Error in unseren Portfolios und verringern das Aktienrisiko, bis mehr Klarheit herrscht.
- Das makroökonomische Umfeld bleibt für Risikoanlagen günstig, was sich in positiven Frühindikatoren für das Wirtschaftswachstum sowie soliden Gewinnkorrekturen und prognosen widerspiegelt.
- Die Marktstimmung und die Positionierung haben sich wieder auf einem normaleren Niveau eingependelt, was Risikoanlagen stützt und die anhaltende Debatte über die Bewertungen entschärft.
Rotation in Richtung Value
- Wir haben unsere Positionierung in US-Aktien überprüft und bevorzugen angesichts der ambitionierten Gewinnerwartungen nun Large-Cap-Value-Aktien.
- Wir stehen japanischen Aktien optimistisch gegenüber und setzen angesichts des verbesserten Gewinnausblicks und gezielter fiskalischer Anreize auf die Marktdynamik. Wir stufen britische und europäische Aktien herab.
- In der Region der Schwellenländer (EM) ohne China steigen die Gewinnerwartungen rapide, was zu unserer positiveren Einschätzung beigetragen hat. Wir erwarten Rückenwind durch anhaltende Investitionen in KI-Hardware.
Neutrale Haltung zu Staatsanleihen
- Wir rechnen damit, dass bei den geldpolitischen Entscheidungen in Europa und im Vereinigten Königreich eine drohende Nachfragevernichtung eine größere Rolle spielen wird als die Inflation. Unserer Ansicht nach haben die Märkte auf die Sorgen hinsichtlich der Energiepreise überreagiert.
- Das resiliente Wachstum in den USA und die hartnäckige Inflation stellen die Markterwartungen hinsichtlich einer Lockerung der Geldpolitik durch die Fed infrage. Daher bleiben wir bei der US-Duration untergewichtet.
- In den großen Volkswirtschaften werden die Haushaltsdefizite immer größer, da die Regierungen ihre Ausgaben erhöhen oder Steuern senken, um das Wachstum anzukurbeln. Aufgrund der daraus resultierenden Renditeeffekte sind wir bei der Duration wählerisch.
Fußnoten
- Die Operation „Epic Fury“ ist eine groß angelegte Militäroperation unter US-Führung gegen den Iran, die am 28. Februar 2026 begann
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich.
Aktien unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden. Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps) können je nach Markt- und Wirtschaftslage bei den AnlegerInnen in Ungnade fallen. Die Risiken der Volatilität bei Small-Cap- und Mid-Cap-Aktien sind größer als bei Large-Cap-Aktien.
Festverzinsliche Wertpapiere sind mit Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie mit dem Risiko eines möglichen Verlusts des Anlagebetrags verbunden. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren. Niedrig bewertete, hochverzinsliche Anleihen sind größeren Preisschwankungen und höheren Illiquiditäts- und Ausfallrisiken ausgesetzt.
Die Vermögensallokation auf verschiedene Strategien, Anlageklassen und Investments kann sich als nicht vorteilhaft erweisen und zu anderen als den gewünschten Ergebnissen führen. Wenn im Rahmen einer Strategie in Unternehmen in einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region investiert wird, kann diese Strategie höherer Volatilität ausgesetzt sein als eine geografisch breiter diversifizierte Strategie.
Rohstoffbezogene Anlagen unterliegen zusätzlichen Risiken wie der Volatilität von Rohstoffindizes, Anlegerspekulation, zins- und wetterbezogenen Risiken sowie nachteiligen steuerlichen und regulatorischen Entwicklungen.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer. Der Einfluss der chinesischen Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch; daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle.
Anlagen in Unternehmen in Privatbesitz sind mit bestimmten Herausforderungen verbunden und bergen gegenüber Anlagen in börsennotierten Unternehmen zusätzliche Risiken. Dazu gehören die begrenzte Verfügbarkeit von Informationen zu diesen Unternehmen sowie der generelle Mangel an Liquidität.
Ein aktives Management garantiert weder Gewinne noch schützt es vor Marktrückgängen. Diversifizierung ist keine Garantie für Gewinne und bietet keinen Schutz vor Verlusten.
WF: 9278812
