Drei Themen beschäftigen uns heute:
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China – Anzeichen für einen Aufschwung: Die Einkaufsmanagerindizes in China erholten sich im März. Dabei erreichte der Caixin/S&P Global-Index den höchsten Stand seit über einem Jahr. Ausschlaggebend für den Aufschwung waren unter anderem steigende Rohstoffkäufe und Lagerbestände. Industrieunternehmen in China stocken möglicherweise ihre Bestände im Vorfeld der von der Regierung in diesem Jahr geplanten Erhöhung der Emission von Sonderanleihen um 20 % auf 680 Mrd. USD auf. Die höhere Emission von Sonderanleihen steht im Zusammenhang mit dem offiziellen Ziel eines BIP-Wachstums (Bruttoinlandsprodukt) von „rund 5 %“ im Jahr 2024.
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Indien bestätigt den Wahltag: Am 19. April schreitet Indien zur Urne. Die Parlamentswahl wird sich über sechs Wochen hinziehen. Es wird erwartet, dass die regierende Bharatiya Janata Party (BJP) unter der Führung von Premierminister Narendra Modi einen deutlichen Sieg einfahren wird. Die Anleger richten ihren Fokus darauf, ob die Partei und ihre Partner 358 Sitze erreichen können, d. h. eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus, mit der Verfassungs-änderungen umgesetzt werden könnten.
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Bewertungen der Schwellenländer: Der im Kurs-Gewinn-Verhältnis erfasste Abschlag der Schwellenländer gegenüber den Industrieländern lag im März bei 35 %. Schwellenländer werden traditionell mit einem Bewertungsabschlag gegenüber Industrieländern gehandelt. In den letzten zwölf Monaten hat sich der Abstand jedoch wegen eines geringeren BIP-Wachstumsgefälles und eines höheren Gewinnwachstums in den Industrieländern vergrößert. In Zukunft könnte sich das BIP-Wachstumsgefälle zugunsten der Schwellenländer ausweiten. In Verbindung mit einem höheren Gewinnwachstum in diesem und im nächsten Jahr könnten diese Faktoren unseres Erachtens als Katalysator dafür wirken, dass Anleger ihre Allokation in den Schwellenländern neu bewerten, was zu höheren Fondszuflüssen und einer besseren Aktienmarktperformance führen könnte.
Ausblick
Eine aktuelle Umfrage des Portfoliomanagement-Teams von Templeton Global Investments ergab, dass für 2024 ein höheres Gewinnwachstum in den Schwellenländern erwartet wird als im Vorjahr. Das könnte die Wertentwicklung der Schwellenländer ankurbeln und die Wachstumschancen aus langfristigen Anlagethemen ergänzen.
Indiens prognostiziertes Gewinnwachstum im mittleren bis hohen Zehnerbereich hebt sich ab, wobei der Investitionszyklus Unterstützung bietet. In anderen Schwellenländern könnten Produktivitätssteigerungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) mit der Zeit die Ertragskraft der Unternehmen stärken. Unser Team sieht erste Anzeichen für Zuwächse in China, insbesondere bei Unternehmen, die sich auf die Binnenwirtschaft konzentrieren. Sie erkennen Chancen im Industriesektor, der durch ein hohes Maß an Investitionen und Innovation angetrieben wird.
Allerdings sind wir uns darüber im Klaren, dass Wendepunkte schnell eintreten können. Das könnte wiederum die Erträge belasten. Dazu kam es im Jahr 2023, als die Lieferketten für Solarenergie und Elektrofahrzeuge in Nordasien Überkapazitäten bzw. einen Nachfrageeinbruch verzeichneten. Daher behalten wir zwar die langfristige Perspektive im Auge, bleiben aber auch wachsam gegenüber möglichen Veränderungen bei Nachfragetrends.
Unsere langjährige lokale und globale Präsenz verschafft uns nach unserer Überzeugung eine fundierte Perspektive zur Analyse von Rücken- und Gegenwind in unseren Märkten. Als aktive Anleger sind wir der Meinung, dass unser Fokus auf die langfristige Ertragskraft uns dabei helfen kann, kurzfristige Schwankungen zu meistern und die gewonnenen Erkenntnisse im Blick zu haben.
Marktkommentar: Erstes Quartal 2024
Schwellenländeraktien legten im Quartal zu, blieben aber hinter Industrieländeraktien zurück. Die Aktienmärkte zeigten sich positiv, nachdem die US-Notenbank (Fed) ihren Leitzins stabil gehalten hatte. Die Fed deutete auch an, dass 2024 weiterhin drei Zinssenkungen zu erwarten sind. Der MSCI EM Index erzielte im Quartal eine Rendite von 2,44 %, während der MSCI World Index um 9,01 % zulegte.1
In den meisten asiatischen Schwellenländern stiegen die Aktienkurse. Eine Rally bei Aktien von Herstellern von Halbleiterchips kam den Märkten Südkoreas und Taiwans zugute. Optimistische Wachstumsprognosen – unterstützt durch die KI-getriebene Nachfrage und über den Erwartungen liegende Umsatzzahlen – stärkten die Aktienkurse weiter. Eine Wende im Technologiesektor bewirkte eine Erholung der Exporte in diesen beiden Ländern. Entgegen dem weltweiten Trend hob die taiwanesische Zentralbank die Leitzinsen überraschend an. In Indien sorgten bessere makroökonomische Daten für eine Outperformance der Aktienmärkte. Gewinnmitnahmen und eine verstärkte aufsichtsrechtliche Kontrolle von Finanzunternehmen außerhalb des Bankensektors ließen einzelne Titel jedoch fallen und dämpften die Gewinne.
Die Aktien in China gaben nach. Sorgen über die makroökonomische Lage und eine verhaltene Reaktion auf die Ziele und Maßnahmen des Nationalen Volkskongresses drückten auf die Stimmung. Darüber hinaus setzten die geopolitischen Spannungen die Aktienkurse mehrerer Unternehmen unter Druck. Dies glich die Unterstützung durch Bemühungen zur Stabilisierung des Aktienmarktes und regulatorische Eingriffe aus. Unerwartet gute Konjunkturdaten, die gegen Ende des Berichtszeitraums veröffentlicht wurden, trugen außerdem zur Eindämmung der Verluste bei.
Die Schwellenländer in der Region Europa, Naher Osten und Afrika entwickelten sich ebenfalls positiv. Höhere Ölpreise begünstigten die Wertentwicklung der Aktienmärkte im Nahen Osten. Die staatliche saudi-arabische Ölgesellschaft erhöhte ihre Dividende, was den Aktienkurs in die Höhe trieb. Das stärkte die Wertentwicklung des Aktienmarktes des Landes weiter. Ägyptische Aktien legten zwar zu, nachdem das Land Vereinbarungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Internationalen Währungsfonds getroffen hatte, waren im Berichtszeitraum aber dennoch Nachzügler.
In Lateinamerika waren die Aktienmärkte rückläufig. Die Länderschwergewichte Brasilien und Mexiko stachen hervor. Größere Titel am brasilianischen Aktienmarkt waren eine Belastung – der staatliche Öl- und Gasproduzent brach nach einer enttäuschenden Dividende ein. Der Aktienkurs eines Eisenerzproduzenten in Brasilien sank parallel zu den Eisenerzpreisen. Hinzu kamen Druck durch ein ungünstiges Gerichtsurteil und Ungewissheit über die Nachfolgeregelung. Die Zinsentscheidungen in diesen beiden Ländern glichen sich an: Beide Zentralbanken kürzten die Zinsen, als der Inflationsdruck nachließ.
Fußnoten
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Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten und Ausgabeaufschläge sind nicht berücksichtigt.
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftigen Renditen.
WELCHE RISIKEN BESTEHEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Anlagekapitals.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Festverzinsliche Wertpapiere sind mit Zins-, Kredit-, Inflations- und Wiederanlagerisiken sowie mit dem Risiko eines möglichen Verlusts des Anlagebetrags verbunden. Wenn die Zinssätze steigen, fällt der Wert von festverzinslichen Wertpapieren.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in Schwellenländern noch größer.
Der Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch, und daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken
im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle.
Es gibt im Kontext von Investitionen in China, Hong Kong und Taiwan, spezielle Risiken, dazu gehören eine geringere Liquidität, Enteignung, eine konfiskatorische Besteuerung, Spannungen im internationalen Handel, Nationalisierung sowie Devisenkontrollbestimmungen und eine rasante Inflation. All dies kann auf den Fonds negativ Auswirkungen haben. Investitionen in Taiwan könnten wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Beziehung zu China negativen Einflüssen unterliegen.
Alle Unternehmen und/oder Anwendungsfälle im vorliegenden Dokument dienen lediglich der Veranschaulichung. Eine entsprechende Anlage wird derzeit nicht unbedingt in einem von Franklin Templeton empfohlenen Portfolio gehalten. Die bereitgestellten Informationen stellen weder eine Empfehlung noch eine individuelle Anlageberatung in Bezug auf bestimmte Wertpapiere, Strategien oder Anlageprodukte dar und sind kein Hinweis auf die Handelsabsichten für jegliche von Franklin Templeton verwaltete Portfolios.
