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Die US-Notenbank (Federal Reserve) hat zwar noch nicht verkündet, dass ihr tatsächlich eine sanfte Landung gelungen ist, doch die Konjunktur hat sich gegenüber dem Stand vor nur zwei Jahren deutlich verbessert. Die Inflation hat sich merklich abgekühlt, und der Arbeitsmarkt entwickelt sich wieder nachhaltiger. „Die Risiken für unsere Ziele sind nun ausgeglichen“, erklärte vor Kurzem Mary Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank von San Francisco, „… Datenabhängigkeit bedeutet nicht, auf Daten zu reagieren, sondern nach vorne zu schauen, während neue Informationen hinzukommen, und zu prognostizieren, wie sich die Wirtschaft unserer Meinung nach entwickeln wird.“

Für Mary Daly ist das die optimale Geldpolitik. Anleger können dies zum Anlass nehmen, diszipliniert zu bleiben und auf Diversifizierung zu achten. In einem Umfeld fallender Zinsen treten dabei die Vorteile der oft übersehenen US-Mid-Cap-Werte in den Vordergrund. Die Unterallokation ist klar: Die Anlagen in Investmentfonds und börsengehandelten Fonds (ETFs) des Large-Cap-Segments übersteigen die Anlagen in Investmentfonds und ETFs für Mid Caps etwa um das Neunfache.1

Doch in den letzten Monaten haben wir eine Umschichtung weg von den beliebten „glorreichen“, aber überbewerteten Technologiekonzernen, hin zu den unserer Ansicht nach attraktiver bewerteten Mid Caps beobachtet. Letztere sind mit weniger Risiken behaftet als Small Caps und haben gleichzeitig bessere Wachstumsaussichten als Large Caps.

Seit Ende des zweiten Quartals haben Mid Caps aus den USA (gemessen am Russell Midcap Index) sowohl Large Caps (gemessen am Russell 1000 Index) als auch Small Caps (gemessen am Russell 2000 Index) überflügelt.2 Wenn wir weiter herauszoomen, so erscheint uns die Anlageklasse für langfristige Anleger sogar noch attraktiver: Über die letzten drei Jahrzehnte haben Mid-Cap-Aktien (gemessen am S&P MidCap 400 Index) sowohl das Large-Cap-Segment (gemessen am S&P 500 Index) als auch das Small-Cap-Segment (gemessen am S&P SmallCap 600 Index) übertroffen.3 Besonders bemerkenswert ist dabei die durchschnittliche Outperformance der Mid Caps nach sieben Zinssenkungsperioden seit Mitte der 1990er-Jahre, die in der folgenden Grafik dargestellt ist.

Abbildung 1: Aktien-Gesamtrenditen nach der ersten Zinssenkung in US-Zinssenkungszyklen
Durchschnittliche kumulierte Gesamtrenditen nach der ersten Zinssenkung in US-Zinssenkungszyklen
Daten aus sieben Zinssenkungsperioden seit dem 13. Juli 1990

Hinweis: Abgebildet sind die durchschnittlichen Gesamtrenditen für sieben Zinssenkungsperioden, beginnend am 13. Juli 1990, 6. Juli 1995, 29. September 1998, 3. Januar 2001, 18. September 2007, 1. August 2019 und 16. August 2020. Daten zum S&P 400 gibt es für Zeiträume ab dem 1. Juli 1991. Quellen: Bloomberg, S&P Dow Jones Indizes, Russell Indizes. Large Cap = S&P 500; Mid Cap = S&P 400. Der S&P MidCap 400 Index bildet die Wertentwicklung von 400 mittelständischen Unternehmen ab und spiegelt die speziellen Risiko- und Renditemerkmale dieses Marktsegments wider. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zum Datenanbieter finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.

Ein Zinssenkungszyklus führt in der Regel zu einem günstigen Umfeld für kleinere Unternehmen, die tendenziell mehr Kredite aufnehmen als größere Unternehmen. Zinssenkungen ebnen den Weg für niedrigere Schuldendienstkosten. Daher denken wir, dass sie ein Katalysator für höhere Gewinne von Mid-Cap-Unternehmen sein könnten, und erachten dies generell als eine Chance für Anleger, angesichts des möglichen Comebacks der Mid-Cap-Werte Lücken in ihrer Allokation zu schließen.

Zur Einordnung der Bewertungschance: Ende Oktober wurden Mid-Cap-Werte zum 20,6-Fachen ihrer Gewinne und damit zu einem Abschlag gegenüber Large Caps gehandelt, die ihrerseits zum 24,6-Fachen ihrer Gewinne und damit über ihrem 20-jährigen Durchschnitt (dem 19,4-Fachen) gehandelt wurden.4

Ein weiteres attraktives Merkmal ist die relative sektorielle Diversifizierung von Mid Caps gegenüber Large Caps. Angesichts der nach wie vor herrschenden Sorgen über die Konzentration auf den Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) ist interessant, dass Ende September Technologiewerte mehr als 31 % des S&P 500 Index und mehr als 34 % des auf Large Caps konzentrierten Russell 1000 Index ausmachten, verglichen mit nur rund 9 % des S&P 400 Index und 12 % des Russell Midcap Index.5

Und während Versorger im Mid-Cap-Index am besten abschnitten (+29 % Gesamtrendite seit Jahresbeginn bis einschließlich 14. Oktober 2024), hatten sie in den Large-Cap-Benchmarks die geringste Sektorgewichtung. In den Sektoren Industrie und Grundstoffe, die im Large-Cap-Universum unterrepräsentiert sind, könnte es angesichts der jüngsten US-Gesetzesvorschläge zur Steigerung der Fertigungskapazitäten in den USA ebenfalls zu einer Expansion kommen.

Das soll nicht heißen, dass Unternehmen mit Bezug zum Thema KI nicht auch ein beeindruckendes Wachstum erzielen können. Das Tempo ihres Wachstums könnte sich allerdings verlangsamen. Wenn kleinere Unternehmen weniger stark durch die Schuldenlast gebremst werden, hätten dann andere Marktsegmente die Möglichkeit, zu glänzen.

Abbildung 2: Aufgliederung des Mid-Cap-Universums nach Sektoren
Large Caps und Mid Caps aus den USA, aufgegliedert nach Sektoren
Stand: 30. September 2024

Quellen: S&P Dow Jones Indizes. Large Cap = S&P 500; Mid Cap = S&P 400. Der S&P MidCap 400 Index bildet die Wertentwicklung von 400 mittelständischen Unternehmen ab und spiegelt die speziellen Risiko- und Renditemerkmale dieses Marktsegments wider. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in Indizes nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Weitere Informationen zum Datenanbieter finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.

Teilweise unterstützt durch die Hoffnung auf eine sanfte Landung, haben sich die Gewinnprognosen von Unternehmen aus dem Mid-Cap-Segment verbessert, und mehrere Unternehmen befinden sich auf einem positiven Wachstumspfad. Laut FTSE Russell stiegen bei der diesjährigen Neuzusammenstellung des Portfolios mehr als zwei Dutzend Unternehmen aus dem Russell 2000 in den Russell Midcap Index auf. Die meisten Aufsteiger wie auch die höchste Gewichtung unter den Aufsteigern entfielen dabei auf den Technologiesektor.

Lassen Sie mich mit einem optimistischen Zitat der San-Franciso-Fed-Präsidentin Mary Daly enden: „Eine nachhaltige und anhaltende Expansion ermöglicht es allen, erfolgreich zu sein, und die Geschichte lehrt uns, dass dies möglich ist.“



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