Drei Themen beschäftigen uns heute:
- Pause in Handelskonflikt: Die Handelsgespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping führten zu einer Einigung auf eine einjährige Pause im Handelskonflikt der beiden Länder. Die USA erhalten nun wieder seltene Erden aus China, und China hat wieder Zugang zu relativ fortschrittlichen Halbleiterchips. Wie die Vereinbarung im Einzelnen umgesetzt werden soll, ist noch unklar, doch die AnlegerInnen gehen davon aus, dass eine Normalisierung der Handelsbeziehungen im Interesse beider Länder ist. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die chinesischen Beschränkungen des Zugangs zu seltenen Erden nicht nur für die USA galten. Vielmehr handelte es um ein weltweites Lizenzierungssystem. Dank der Pause im Handelskonflikt haben Unternehmen weltweit, die von seltenen Erden abhängen, wieder Zugang zu diesen Rohstoffen.
- ͏Nachfrage nach südkoreanischen Halbleitern steigt:Aus den Unternehmenszahlen, die die vier großen US-Hyperscaler1 in der jüngsten Berichtssaison vorgelegt haben, ging ein weiterer Anstieg der Ausgaben für Rechenzentren hervor, mit dem diese Unternehmen der boomenden Nachfrage nach KI-Modellen gerecht werden wollen. Zusammen haben sie in den vergangenen zwölf Monaten 360 Mrd. USD ausgegeben, und in den kommenden zwölf Monaten soll dieser Ausgabenbetrag sogar noch übertroffen werden. Die Lieferkette in Asien, wo die Halbleiter für die Rechenzentren der Hyperscaler hergestellt werden, profitiert davon. Einer der Chips erfordert einen Speicher mit hoher Bandbreite, ein Bereich, in dem die Anbieter in Südkorea eine marktbeherrschende Stellung innehaben. Dieser Chip ist nun bis Ende 2026 ausverkauft.
- ͏͏Wahlen in Lateinamerika: Nach den Wahlen in Mexiko im vergangenen Jahr werden im vierten Quartal 2025 und im Jahr 2026 in zahlreichen anderen südamerikanischen Ländern Wahlen stattfinden. Am 16. November 2025 wird in Chile gewählt, und in Peru, Kolumbien und Brasilien werden die Wahlberechtigten nächstes Jahr an die Urnen gerufen. Wir sind mit Blick auf mögliche politische Führungswechsel in Lateinamerika optimistisch und erwarten eine marktfreundlichere Politik. Durch den politischen Führungswechsel in Mexiko im vergangenen Jahr ist eine neue, pragmatische Präsidentin an die Macht gekommen. Sie hat einen erfolgreichen Umgang mit den neuen handelspolitischen Forderungen der USA gefunden, der ohne direkte Konfrontation auskommt.
Ausblick
Unser Portfoliomanager für asiatische Aktien hat vor Kurzem Taiwan besucht. Dieser technologielastige Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn um 39,1 % zugelegt,2 was vor allem auf die KI-Wachstumsaussichten zurückzuführen ist. Eine Reise nach Taiwan wäre ohne einen Lobgesang auf die Chancen von KI nicht vollständig, und unser Portfoliomanager teilt diese optimistische Einschätzung. Er fragt sich jedoch, ob jenseits der an der Rally beteiligten KI-Begünstigten möglicherweise Unternehmen übersehen werden.
Erkenntnisse im KI-Bereich
Das Thema KI wird in Taiwan fast durchweg optimistisch eingeschätzt. Der zuversichtliche Ausblick betrifft die Nachfrage bis in das Jahr 2027 hinein und darüber hinaus. Das Risiko einer Korrektur in der Mitte des Zyklus wurde von keinem der Anleger und Unternehmen, die wir getroffen haben, erwähnt. Doch der Fokus der Aufmerksamkeit liegt nun nicht mehr auf den Halbleiterfirmen, sondern auf dem Bereich Leistungs- und Wärmemanagement. Dabei geht es um Komponenten, die die Wärme von Computer- systemen und Geräten steuern und abführen. Es ist inzwischen erkennbar, wie sich der Bereich Wärmemanagement entwickeln wird. Ein in Taiwan ansässiger weltweit führender Anbieter von Lösungen für das Leistungs- und Wärmemanagement erklärte, die Kapazitäten des Unternehmens seien ausgelastet, und ein führender südkoreanischer Chiphersteller meldete vor Kurzem, seine Speicher mit hoher Bandbreite seien bis Ende 2026 ausverkauft.
Erkenntnisse außerhalb des KI-Bereichs
Unternehmen im Bereich Unterhaltungselektronik/Peripheriegeräte haben an der diesjährigen Rally in Taiwan nicht partizipiert. Der Portfoliomanager räumt ein, dass die Erholung bei Technologieunternehmen außerhalb des KI-Bereichs nicht besonders stark war. Seiner Ansicht nach ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Segment wieder optimistisch eingeschätzt wird. Angesichts leistungsfähigerer Server müssen Desktop-PCs und Laptops durch andere Computer ersetzt werden, die in der Lage sind, die zusätzliche Leistungsanforderung zu erfüllen. Infolgedessen werden auch die Peripheriegeräte erneuert werden müssen – eine Entwicklung, die gemäß dem Portfoliomanager bislang noch nicht zu erkennen ist. Die davon betroffenen Unternehmen sind weniger anspruchsvoll bewertet.
Die oben genannten Punkte sind nur einige Beispiele dafür, worauf das Investmentteam achtet. Wir versuchen, Chancen schneller als unsere Mitbewerber zu identifizieren, indem wir unser weit gespanntes Netz von AnalystInnen nutzen. Unseres Erachtens sind wir dank unserer branchenführenden Präsenz oftmals in der Lage, Anlagechancen abseits vom Mainstream zu erkennen, bevor sie vom breiten Markt wahrgenommen werden.
Marktkommentar: Oktober 2025
Aktien aus Schwellenländern legten im Oktober 2025 zu. Globale Aktien legten im Oktober weiter zu. Unterstützt wurden sie durch die zweite Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr und die Ende des Monats erreichte Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Der MSCI EM Index verzeichnete im Berichtsmonat eine Rendite von 4,19 %, während der MSCI World Index mit 2,02 % rentierte.
Die Aktienmärkte in den asiatischen Schwellenländern entwickelten sich positiv; in den meisten Ländern wurden Gewinne erzielt. Indische Aktien konnten sich weiter erholen. Die Zentralbank hatte den Repo-Satz unverändert beibehalten und ihre Prognosen zum Wirtschaftswachstum angesichts der sinkenden Inflation nach oben korrigiert. Ausgezeichnete Quartalsberichte von Indexschwergewichten verliehen Bankaktien Auftrieb. Für zusätzlichen Rückenwind am gesamten indischen Aktienmarkt sorgten die Rekordumsätze rund um das Lichterfest. Die beiden größten Chiphersteller Südkoreas unterzeichneten Absichtserklärungen über die Lieferung von Speicherchips an ein US-amerikanisches KI-Unternehmen, woraufhin ihre Aktienkurse – und die der mit ihnen verbundenen Unternehmen – stiegen. Taiwans Aktienindex legte ebenfalls zu, denn das am höchsten bewertete Unternehmen, ein Halbleiterhersteller, meldete rekordhohe Quartalszahlen und korrigierte die Gesamtjahresprognose aufgrund der starken KI-bedingten Nachfrage nach oben.
Chinesische Aktien gaben im Monatsverlauf nach. Zu Monatsbeginn nahmen die Spannungen zwischen den USA und China zu. Dank eines Treffens der Regierungschefs der beiden Länder entspannte sich die Lage jedoch wieder. Das Treffen gipfelte in einer Einigung auf eine einjährige Pause im Handelskonflikt. Chinesische Technologieaktien erhielten etwas Unterstützung durch das vierte Plenum des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, auf dem das Streben des Landes nach Unabhängigkeit in den Bereichen Wissenschaft und Technologie bekräftigt wurde.
In den Schwellenländern der Region Europa, Naher Osten und Afrika verbuchten die Aktienmärkte Gewinne und folgten damit dem Trend der globalen Aktienmärkte. Der Anstieg des Ölpreises nach den US-Sanktionen und den Maßnahmen der EU unterstützte die energielastigen Indizes der Region. Allerdings konnten nicht alle Unternehmen gleichermaßen davon profitieren, denn die AnlegerInnen berücksichtigten bei ihren Anlageentscheidungen die weltweiten Handelsspannungen und die striktere Durchsetzung der Preisobergrenze für russisches Öl. Die meisten Zentralbanken in den Ländern des Golfkooperationsrates folgten dem Beispiel der US-Notenbank und senkten ihren Leitzins. Erfreuliche Unternehmensgewinne in einzelnen Ländern stärkten den Aufwärtskurs der gesamten Region zusätzlich.
Aktien aus Schwellenländern der Region Lateinamerika verzeichneten Kursgewinne. Die Berichtssaison verlief überwiegend positiv, vor allem für Unternehmen aus den Sektoren Finanzen und Grundstoffe. Brasilianische Aktien legten zu, nachdem der US-Senat die Aufhebung der gegen Brasilien verhängten US-Zölle beschlossen hatte. Vorläufige Daten aus Mexiko zeigten, dass das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen war. Dies war zudem der erste Quartalsrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum seit 2021.
Fußnoten
- Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft.
- Stand: 31. Oktober 2025.
Indexdefinitionen
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Wichtige Mitteilungen und Bedingungen des Datenanbieters sind verfügbar unter www.franklintempletondatasources.com.
- Der MSCI All Country World Index ist ein um den Streubesitz bereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der globalen Industrie- und Schwellenländer abbilden soll.
- Der MSCI Brazil Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im brasilianischen Markt messen.
- Der MSCI China Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung in den Segmenten chinesische A-Aktien, H-Aktien, B-Aktien, Red Chips, P Chips und ausländische Notierungen (z. B. ADRs).
- Der MSCI EM Asia ex Japan Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus zwei von drei Industrieländern (ohne Japan) und acht Schwellenländern.
- Der MCSI EM Latin America Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus fünf Schwellenländern in Lateinamerika.
- Der MSCI EM EMEA Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus elf Schwellenländern in Europa, im Nahen Osten und in Afrika (EMEA).
- Der MSCI EM Index ist ein streubesitzbereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der globalen Schwellenländer abbilden soll.
- Der MSCI India Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im indischen Markt messen.
- Der MSCI Mexico Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im mexikanischen Markt messen.
- Der MSCI South Korea Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im südkoreanischen Markt abbilden.
- Der MSCI Turkey Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im türkischen Markt messen.
- Der MSCI World Index umfasst Titel von Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 23 Industrieländern.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, ein Verlust des Anlagekapitals ist möglich.
Aktienwerte unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in Schwellenländern noch größer. Diese Risiken sind in Schwellenländern noch größer. Anlagen in Unternehmen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region können einer größeren Volatilität unterliegen als Anlagen, die geografisch breiter gestreut sind.
Der Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch, und daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle.
Investitionen in China, Hongkong und Taiwan unterliegen speziellen Risiken, dazu gehören eine geringere Liquidität, Enteignungen, eine konfiskatorische Besteuerung, Spannungen im internationalen Handel, Verstaatlichung sowie Devisenkontrollbestimmungen und eine hohe Inflation. All dies kann negative Auswirkungen auf den Fonds haben. Investments in Taiwan könnten wegen der politischen
und wirtschaftlichen Beziehung zu China negativen Einflüssen unterliegen.
WF: 7393408
