Drei Dinge, die wir beobachten
USA-Iran-Konflikt. Zu Beginn des dritten Monats im USA-Iran-Konflikt scheinen Eskalation, Deeskalation und eine Verhandlungslösung alles mögliche Ausgänge zu sein, die US-Präsident Trump verfolgt. Die Preise für Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) und US-Benzin von über 100 US-Dollar pro Barrel bzw. 4 US-Dollar pro Gallone stellen wirtschaftliche Belastungen dar und werden voraussichtlich die Entscheidungen von Präsident Trump beeinflussen. Auch die kurzfristigen Aussichten der Schwellenländer werden von den Energiepreisen beeinflusst. Daneben prägt die Entwicklung der Schwellenländer zunehmend der Ausblick im Halbleitersektor, dessen Fundamentaldaten weiterhin positiv sind.
Trump-Xi-Gipfel. Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinping werden voraussichtlich am 14. und 15. Mai in Peking zu ihrem verschobenen Gipfeltreffen zusammenkommen. Das Treffen ist ein wichtiger Termin im Hinblick auf eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Einstellung der Kampfhandlungen. Anders als die USA hat China noch umfangreiche strategische Reserven an Öl und anderen Rohstoffen. Dies bedeutet, dass China die erhöhten Rohstoffpreise möglicherweise besser verkraften kann als die USA. Dies könnte Präsident Trumps Verhandlungsposition auf dem Gipfel schwächen und die Wahrscheinlichkeit eines bedeutenden Handelsabkommens verringern.
Transport über Land. Die Anleger haben inzwischen unzählige Male gehört, dass 20 % des weltweit produzierten Öls und 30 % der auf dem Seeweg transportierten Düngemittel die Straße von Hormus passieren. Weniger Beachtung findet, dass Saudi-Arabien sein Öl über eine alternative Landroute liefert, nämlich durch die Ost-West-Pipeline zu Häfen am Roten Meer, und dass die Vereinigten Arabischen Emirate Düngemittel über Land zu Häfen jenseits der Straße von Hormus transportieren. Auch wenn sie die Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus nicht vollständig ausgleichen, sind diese alternativen Routen ein Grund dafür, dass die negativen wirtschaftlichen Folgen des Krieges nicht so gravierend sind, wie es die Schlagzeilen vermuten lassen.
Ausblick
Der Ausblick für Schwellenländeraktien ist ausgewogen: Auf der einen Seite stehen günstige strukturelle Faktoren, auf der anderen Seite anhaltende geopolitische Risiken, was unserer Ansicht nach eher für ein selektiveres und differenzierteres Chancenspektrum spricht als für die Wahrscheinlichkeit einer breit angelegten Rally.
Die geopolitischen Risiken bleiben hoch, und ihr Einfluss auf die Kapitalströme, die Rohstoffpreise und die Stimmung der Anleger nimmt zu. Neben den geopolitischen Entwicklungen werden Kapitalströme, Rohstoffpreise und Anlegerstimmung weiterhin von unterschiedlichen innenpolitischen Zyklen beeinflusst. Auch die Dynamik des Wachstums variiert erheblich zwischen den einzelnen Regionen und Sektoren.
Positiv hervorzuheben sind die strukturellen Wachstumsthemen, wobei künstliche Intelligenz (KI) zu den wichtigsten Treibern zählt. Während das Thema KI an den Märkten immer wieder für Phasen erhöhter Volatilität sorgt, wächst die Nachfrage nach KI weiterhin, weil ihre Nutzung zunimmt, die Leistungsfähigkeit der Modelle verbessert wird und eine steigende Zahl von Branchen von den Produktivitätssteigerungen profitiert. Wir denken, dass KI nach wie vor eine überzeugende Investmentchance in den wichtigsten Schwellenländern darstellt und Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette zugutekommt, darunter Halbleiterhersteller, EMS-Anbieter, Stromversorger sowie Hersteller von Leiterplatten.
Mehrere Schwellenländer haben außerdem politische Maßnahmen umgesetzt oder Reformen angestoßen, die den Aktienmärkten Aufwind verleihen könnten.
Wir haben in der Anlageklasse der Schwellenländeraktien eine beträchtliche Expertise aufgebaut, auf die wir unsere Strategie in einem komplexen Umfeld stützen. Wir halten an unserem Investmentansatz fest und suchen aktienmarktübergreifend nach Chancen, wobei wir uns auf Unternehmen konzentrieren, die nach unserer Einschätzung über langfristige Ertragskraft verfügen.
Marktkommentar
Die Aktienmärkte der Schwellenländer erholten sich und legten im April 2026 zu. Aktien insgesamt erholten sich nach einem starken Rückgang im März 2026 teilweise, als im Konflikt im Nahen Osten eine Waffenruhe erreicht wurde. Der MSCI EM Index rentierte im Berichtsmonat mit 14,73 %, während der MSCI World Index mit 9,64 % eine moderatere Rendite verzeichnete.
Die Aktien der asiatischen Schwellenländer verzeichneten insgesamt Kursgewinne. In den größeren Aktienmärkten Südkoreas, Taiwans und Chinas überwogen KI-bezogene Faktoren gegenüber den Sorgen über die Energiepreise. Der indische Aktienmarkt ignorierte die hohen Ölpreise und legte zu, genauso wie andere Märkte der Region. Aktien aus der Region Europa, Naher Osten und Afrika erzielten moderate Gewinne. Eine Waffenruhe im Nahostkonflikt, gefolgt von einer Verlängerung dieser Waffenruhe, entschärfte die Lage und weckte die Hoffnung auf eine Deeskalation. Aktien aus den lateinamerikanischen Schwellenländern tendierten insgesamt aufwärts, wobei die Wertentwicklung jedoch von Land zu Land unterschiedlich ausfiel.
Indexdefinitionen
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren.
- Der MSCI EM EMEA Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus elf Schwellenländern der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA).
- Der MSCI EM Index ist ein streubesitzbereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der globalen Schwellenmärkte abbilden soll.
- Der MSCI World Index umfasst Titel von Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 23 Industrieländern.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des potenziellen Verlusts des Anlagekapitals.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Rohstoffbezogene Anlagen unterliegen zusätzlichen Risiken wie der Volatilität von Rohstoffindizes, Anlegerspekulation, zins- und wetterbezogenen Risiken sowie nachteiligen steuerlichen und regulatorischen Entwicklungen.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer. Anlagen in Unternehmen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region können einer größeren Volatilität unterliegen als Anlagen, die geografisch breiter gestreut sind.
Der Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch, und daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle. Investments in China, Hongkong und Taiwan unterliegen speziellen Risiken. Dazu gehören eine geringere Liquidität, Enteignungen, eine konfiskatorische Besteuerung, Spannungen im internationalen Handel, Verstaatlichung sowie Devisenkontrollbestimmungen und eine hohe Inflation. All dies kann negative Auswirkungen auf den Fonds haben. Investments in Hongkong und Taiwan könnten wegen der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China negativen Einflüssen unterliegen.
WF: 10278014
