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In dem ereignisreichen letzten Quartal des Jahres 2025 lagen die Small-Cap-Indizes Russell 2000 und Russell Microcap jeweils im positiven Bereich. Der Micro-Cap-Index überflügelte dabei alle wichtigen US-Indizes und festigte so seine Marktführerschaft, die nach dem April-Tief begann.

Das Marktumfeld war im vierten Quartal 2025 deutlich volatiler. Die Inflation hielt an, die Arbeitslosigkeit nahm zu, es kam zu einer periodischen Auflösung von Trading-Positionen in künstlicher Intelligenz (KI), Marktblasen waren Gesprächsthema und das Verbrauchervertrauen ging zurück. Auf der anderen Seite wuchs die US-Wirtschaft, der Aktienmarkt zeigte sich weiterhin widerstandsfähig und die Zinssätze sanken – was die Unsicherheit und die schlechten Nachrichten mehr als wettmachte.

Der Russell 2000 stieg im vierten Quartal um 2,2 % und der Russell Microcap legte um 6,3 % zu. Dies ist auf Quartalsbasis die zwölftgrößte Performance-Differenz zwischen dem Small-Cap- und dem Micro-Cap-Index seit der Einführung des Russell Microcap im Jahr 2000. Zum Vergleich: Der Large-Cap-Index Russell 1000 legte um 2,4 % zu und der Russell Top 50 Index der Mega-Cap-Werte stieg um 3,0 %. Es sieht so aus, als würde Letzterer – unserer Meinung nach endlich – die Marktführerschaft abgeben.

Micro-Caps beendeten das Jahr stark

Renditen der Russell-Indizes im vierten Quartal 2025

Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Renditen nichtverwalteter Indizes nicht berücksichtigt.

Im Kalenderjahr war der Russell Microcap der erfolgreichste Index. Small-Caps blieben hinter Large- und Mega-Cap-Aktien zurück, was zum großen Teil auf das schlechte erste Quartal 2025 für den Russell 2000 zurückzuführen ist. Im Gesamtjahr 2025 stieg der Russell Microcap um 23,0 %, der Russell 2000 legte um 12,8 % zu, der Russell 1000 um 17,4 % und der Russell Top 50 verzeichnete einen Anstieg von 19,9 %. Die Performance-Differenz zwischen dem Small- und dem Micro-Cap-Index im Kalenderjahr war die drittgrößte seit der Einführung des Micro-Cap-Index im Jahr 2000.

Small-Caps und Micro-Caps aus den USA zeigten ihre Stärke nach dem Markttief

Wir haben schon oft über die Bedeutung der Wertentwicklung über den gesamten Marktzyklus gesprochen. Für uns ist sie seit jeher die wahre Bewährungsprobe einer Anlagestrategie. Während also die relative Rendite des Russell 2000 im Kalenderjahr etwas enttäuschte, waren wir für den Zeitraum vom Markttief am 8.4.2025 bis zum Jahresende sowohl mit dem absoluten als auch mit dem relativen Ergebnis der Small-Caps zufrieden. Besonders erfreulich war das außergewöhnliche Ergebnis der Micro-Caps.

Vom 8.4.2025 bis zum 31.12.2025 legte der Russell Microcap um beeindruckende 63,5 % zu und der Russell 2000 stieg um 42,4 %, während der Russell 1000 um 38,5 % zulegte und der Russell Top 50 einen Gewinn von 46,1 % verzeichnete.

Die überaus beeindruckende Rendite von Micro-Caps nach dem Markttief im April

Renditen der Russell-Indizes, 8.4.2025–31.12.2025

Quelle: Russell Investments. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Renditen nichtverwalteter Indizes nicht berücksichtigt.

Ausland

Das Ergebnis von Aktien außerhalb der USA war im vierten Quartal 2025 ähnlich wie das von US-Aktien, wenngleich Large-Caps dort besser abgeschnitten als Small-Caps. Der MSCI ACWI ex-USA Small Cap Index stieg im vierten Quartal 2025 um 3,0 %, während sein Large-Cap-Pendant, der MSCI ACWI ex-USA Large Cap Index, um 5,5 % zulegte.

Die Performance im Kalenderjahr war für beide Nicht-US-Anlageklassen beeindruckend: Large-Caps übertrafen Small-Caps, aber die Differenz war nicht groß. Der MSCI ACWI ex-USA Small Cap stieg im Jahr 2025 um 29,3 %, der MSCI ACWI ex-USA Large Cap um 32,5 %. Zu den Gründen für den Vorsprung von Large-Caps gehörten höhere Zinssätze außerhalb der USA, die allgemeine makroökonomische Unsicherheit, die Ansicht, dass größere internationale Unternehmen mehr Gewinnstabilität bieten, und eine Rally der Schwellenländer, von der Large-Cap-Aktien im Jahr 2025 überproportional profitierten.

Die Small-Cap-Stilstory

Für das zweite Quartal in Folge übertraf der Russell 2000 Value Index im vierten Quartal 2025 den Russell 2000 Growth Index (+3,3 % gegenüber +1,2 %). Diese Phase der Outperformance ist etwas kontraintuitiv, denn bei dynamischen Marktanstiegen, für die der Aufschwung der Small-Caps seit Anfang April beispielhaft ist, hinkt Small-Cap Value oft hinterher.

Im Gesamtjahr 2025 lag Small-Cap Growth zwar vorne, aber nur knapp. Der Russell 2000 Growth legte im Kalenderjahr um 13,0 % zu, während der Russell 2000 Value um 12,6 % stieg. Bei den annualisierten Ergebnissen über längere Zeiträume zeigte sich in Bezug auf den führenden Anlagestil ein gemischtes Bild – das ist häufig der Fall. Small-Cap Growth lag über die Zeiträume von drei Jahren (+15,6 % gegenüber +11,7 %) und zehn Jahren (+9,6 % gegenüber +9,3 %) vorne. Über den Zeitraum von fünf Jahren hatte Small-Cap Value mit +8,9 % jedoch einen deutlichen Vorsprung gegenüber dem Plus von 3,2 %, das der Small-Cap-Growth-Index verzeichnete.

Nach dem April-Tief hatte Small-Cap Growth die Nase vorn, was nicht überrascht. Doch auch hier war die Performance-Differenz gering. Vom 8.4.2025 bis zum 31.12.2025 stieg der Russell 2000 Growth um 45,0 %, während der Russell 2000 Value um 39,7 % zulegte.

Die Small-Cap-Sektorstory: ein solides Quartal

Sechs der elf Sektoren des Russell 2000 verzeichneten im vierten Quartal 2025 Gewinne. Der Gesundheitssektor leistete dabei dank Biotechnologie und Pharmazeutika mit großem Abstand den größten Beitrag; Finanzen und Grundstoffe waren die anderen großen Gewinnbringer. Die größten Verlustbringer waren Informationstechnologie, zyklische Konsumgüter und Industrie.

Im Jahr 2025 standen Industrie, Gesundheit und Finanzen an der Spitze der neun Sektoren, die das Jahr im Plus abschlossen. Die beiden Verlustbringer waren Basiskonsumgüter und Energie. Wie im vierten Quartal zeigten sich Biotechnologie-Aktien auch im Gesamtjahr 2025 besonders stark, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) eine Reihe von Medikamenten und Behandlungen im Schnellverfahren zuließ, insbesondere sogenannte Breakthrough Therapy Designations, vielversprechende Therapien für schwere Erkrankungen. Weitere Faktoren, die die Wertentwicklung der Branche positiv beeinflussten, waren die attraktiven niedrigen Bewertungen vieler Unternehmen zu Beginn des Jahres 2025 sowie Fortschritte beim Genome Editing, im Bereich RNA-Therapien und bei der KI-gestützten Wirkstoffforschung. Die dynamische Entwicklung der Biotechnologieunternehmen hilft auch, die Stärke von Small-Cap Growth im Jahr 2025 zu erklären.

Eine zuversichtliche Prognose für Small-Caps und aktives Management

Im Hinblick auf die Aussichten für Small-Caps im neuen Jahr sehen wir mehrere Faktoren, die sowohl zu starken Renditen als auch zu ihrer Marktführerschaft führen können. Zur Erläuterung dieser Einschätzung beziehen wir Micro-Caps in das breite und vielfältige Small-Cap-Universum ein. Zunächst einmal gibt das One Big Beautiful Bill Act von 2025 Unternehmen interessanterweise die Möglichkeit, Forschung und Investitionsausgaben (CapEx) zu 100 % abzuschreiben – was bedeutet, dass wir 2026 einen robusten Investitionszyklus erleben könnten. Solche Zyklen sind in der Regel positiv für Aktien mit geringer Marktkapitalisierung, was der Markt unseres Erachtens noch nicht realisiert hat. Dies dürfte sich nach unserer Einschätzung im Laufe des Jahres ändern.

Außerdem erwarten wir einen Wandel im KI-Boom, von dem bislang vor allem die allergrößten Unternehmen profitiert haben. Wir rechnen mit zwei Entwicklungen, von denen kleinere Unternehmen profitieren können. Erstens denken wir, dass die Anleger allmählich erkennen werden, wie groß die Zahl der Small-Cap-Unternehmen ist, die die KI-Revolution überhaupt erst möglich machen: Da sind unter anderem die Hersteller der Halbleiterbauteile, die verschiedenen KI-Anwendungen zugrunde liegen, die Energieversorger, die entscheidend für den Betrieb der Rechenzentren sind, und die Baufirmen, die die Rechenzentren bauen. Zweitens wird sich die Aufmerksamkeit von den Mega-Cap-Unternehmen, die KI anbieten, auf die vielen Unternehmen verlagern, von denen wir glauben, dass sie 2026 den ersten Nutzen aus KI ziehen werden.

Es zeichnet sich ab, dass der Markt dieses Jahr stark, wenn auch zeitweise sehr volatil sein wird. Aktives Management dürfte entscheidend sein, wenn es darum geht, diejenigen kleineren Unternehmen auszumachen, die sich in diesem Umfeld voraussichtlich am besten entwickeln werden.

Bedeuten Gewinne und Bewertungen eine beständige Marktführerschaft der Small-Caps?

Unserer Meinung nach ist das überzeugendste Argument für die These der Small-Cap-Marktführerschaft im Jahr 2026 das relativ seltene und vielversprechende Zusammentreffen zweier Faktoren: die recht niedrigen Bewertungen der Small-Caps im Vergleich zu Large-Caps und die für Small-Cap-Unternehmen prognostizierten höheren Gewinne. Wir möchten darauf hinweisen, dass sich die Bewertungen des Russell 2000 gegenüber dem Russell 1000 bis Ende 2025 trotz der großartigen Jahresbilanz der Small-Caps nicht sehr weit vom niedrigsten Niveau seit 25 Jahren entfernt hatten. Dieser Vergleich basiert auf unserer bevorzugten Indexbewertungskennzahl EV/EBIT, also dem Verhältnis des Unternehmenswertes zum Gewinn vor Zinsen und Steuern.

Relative Bewertungen von Small Caps ggü. Large Caps weiterhin nahe am niedrigsten Stand seit 25 Jahren

Verhältnis des Median-EV/EBIT der letzten zwölf Monate zwischen dem Russell 2000 und dem Russell 1000 (ohne Unternehmen mit negativem EBIT), 31.12.2000 bis 31.12.2025

Quelle: FactSet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Std.-Abw. = Standardabweichung, ein Maß für die Streuung von Daten um den Mittelwert. Sie wird in Vergleichen der Konsistenz zwischen verschiedenen Datensätzen verwendet.

Erheblich gestärkt wird die These der Small-Cap-Marktführerschaft aber durch das vielversprechende Bild der Gewinne im Jahr 2026. Wir waren schon immer überzeugt, dass kurzfristig die Psychologie den Markt bestimmt, langfristig jedoch die Gewinne den Ausschlag geben. Im dritten Quartal 2025 waren die Gewinne unabhängig von der Anlageklasse generell positiv, wobei viele Unternehmen die Schätzungen deutlich übertrafen. Beim Gewinnwachstum jedoch schnitten kleinere Unternehmen im Allgemeinen besser ab. Mehr noch: Research-Ergebnisse, die uns vorliegen, deuten auf ein beschleunigtes Gewinnwachstum für Small-Cap-Aktien im Jahr 2026 hin. Die drei Zinssenkungen der Fed in der zweiten Jahreshälfte 2025 haben Small-Caps Auftrieb verschafft, und zusätzliche Katalysatoren, darunter mögliche Zollerleichterungen, das Reshoring und die anhaltenden Bemühungen zur Verbesserung der Infrastruktur, sollten Small-Caps an die Spitze des Marktes katapultieren und dafür sorgen, dass ihre Marktführerschaft von Dauer ist. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang außerdem die oben genannte Möglichkeit eines kräftigen Investitionszyklus und die Vorteile für Small-Cap-Unternehmen, die die „Picks and Shovels“ für KI bereitstellen.

Small-Caps wird für das Jahr 2026 ein höheres Gewinnwachstum prognostiziert als Large-Caps

Wachstum des Gewinns je Aktie in einem Jahr

Quelle: FactSet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Der Gewinn je Aktie (Earnings per Share, EPS) wird berechnet als der Gewinn eines Unternehmens, geteilt durch die im Umlauf befindlichen Stammaktien. Die EPS-Wachstumsschätzungen sind die von Broker-Analysten vorausberechneten Schätzungen der mittleren zweijährigen EPS-Wachstumsrate. Bei den Schätzungen handelt es sich um den von FactSet übernommenen Durchschnitt der Schätzungen von Analysten aus Brokerunternehmen, die Analysen zu den Einzeltiteln erstellen. Nicht-Aktienwerte, Investmentgesellschaften und Unternehmen, die nicht von Broker-Analysten beobachtet werden, sind ausgeschlossen.

Wir beginnen das Jahr 2026 mit mehr als dem üblichen Maß an Unsicherheit. Dies betrifft sowohl die US-Wirtschaft als auch die geopolitische Lage. Dennoch bleiben unsere Investmentteams zuversichtlich, dass Small-Caps auf ihrer beginnenden Marktführerschaft aufbauen können. Abschließend möchten wir die Anleger darauf hinweisen, dass die Gelegenheit, die eigene Small-Cap-Allokation zu attraktiven Bewertungen zu vergrößern, immer noch besteht. Die Zeit ist aus unserer Sicht nach wie vor günstig, um langfristig in ausgewählte Small-Caps zu investieren.



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