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Wer weltweit in Aktien investieren möchte, landet schnell beim MSCI World. Dieser Index umfasst rund 1.280 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Das klingt nach einer breiten Streuung. Doch die Zahl der Unternehmen allein sagt wenig darüber aus, wie stark einzelne Länder, Branchen und Aktien den Index prägen.

So entfielen Ende August 2026 mehr als 70 % des Indexgewichts auf US-Unternehmen. Auch der Technologiesektor hatte mit rund 30 % einen hohen Anteil. Allein Nvidia und Apple machten jeweils mehr als 5 % des MSCI World aus. Hinzu kommt eine Grenze, die sein Name nicht vermuten lässt. Aktien aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien sind nicht enthalten. Der MSCI World streut das Geld somit über viele Unternehmen, jedoch nicht gleichmäßig über die Welt. Wer wirklich global investieren will, benötigt daher andere Anlageprodukte.

Aktien und Anleihen rund um die Welt

Beim MSCI World ist die Marktkapitalisierung ausschlaggebend dafür, wie stark eine Aktie im Index vertreten ist. Beim Templeton Global Value and Income Fund hingegen entscheidet das Fondsmanagerteam um Michael Hasenstab, Calvin Ho, Michael Sheehan, Douglas Grant und Ameet Rane, wo sich laufende Erträge erzielen lassen oder attraktive Werte Chancen bieten. Der Fonds kann hierbei in Industrie­ und Schwellenländer gleichermaßen investieren, ohne sich an Länderklassifizierungen zu binden.

Als Orientierung dient eine Benchmark, die sich zu 60 % aus globalen Aktien (MSCI ACWI NR) und zu 40 % aus globalen Staatsanleihen (JP Morgan Global Government Bond Index) zusammensetzt. Von dieser Gewichtung darf bis zu 20 % abgewichen werden, so dass auf verschiedene Marktphasen entsprechend reagiert werden kann.

Auf der Aktienseite liegt der Fokus auf dividendenstarken Unternehmen, die nach Einschätzung des Fondsmanagements mit einem Abschlag auf ihren langfristigen inneren Wert gehandelt werden. Das Portfolio ist mit 45 bis 55 Titeln aus verschiedenen Regionen vergleichsweise konzentriert. Die Branchengewichtung weicht in der Regel um bis zu 10 % vom Weltaktienindex ab. Bis zu einem Viertel des Fondsvermögens kann zudem in aktiengebundene Papiere, etwa Equity Linked Notes (ELNs), fließen. ELNs sind strukturierte Schuldverschreibungen, deren Ertrag oder Rückzahlung von der Entwicklung einer Aktie, eines Aktienkorbs oder eines Index abhängt.

Beim Rententeil liegt der Schwerpunkt auf Staatsanleihen aus verschiedenen Ländern. Auf Basis fundierter Länder und makroökonomischer Analysen von Renditekurven, Währungen und Spreads von Staatsanleihen versucht das Fondsmanagement, potenzielles Alpha zu erzielen. Neben Wertzuwachs soll der Fonds auch laufende Erträge generieren. Einzelne Länder machen in der Regel nur 1 % bis 10 % des Anleiheengagements aus. Papiere unterhalb von Investment Grade sind auf maximal 20 % des Fondsvermögens begrenzt.

Wo das Management derzeit Chancen sieht

Die aktuelle Ausrichtung des Fonds folgt sechs großen Themen, die das Fondsmanagement für die kommenden Jahre als prägend ansieht:

  • Kapitalkonzentration:
    Wer heutzutage einen globalen Index kauft, setzt in hohem Maße auf US-Dollar-Anlagen, einige wenige Tech-Giganten und das Thema Künstliche Intelligenz.
    Der Templeton Global Value and Income Fund berücksichtigt dieses Klumpenrisiko bei der Titelauswahl. Auf der Aktienseite ist er weiterhin in Unternehmen investiert, die Technologien für KI bereitstellen. Zugleich sind Branchen stärker gewichtet, die von einem breiten Börsenaufschwung profitieren könnten. Im Anleiheteil liegt der Schwerpunkt auf Staatsanleihen in Landeswährung aus Ländern außerhalb der USA.
  • Steilere Zinskurven:
    Anhaltender Inflationsdruck und hohe Haushaltsdefizite könnten dazu führen, dass die Renditen langlaufender Anleihen stärker steigen als die kurzfristigen Zinsen. Dadurch würden die Zinskurven steiler werden, während die Kurse langlaufender Papiere unter Druck gerieten. Im Rentenportfolio werden längere Laufzeiten deshalb tendenziell gemieden. Auf der Aktienseite stehen ausgewählte Finanzwerte im Fokus, die von steileren Zinskurven profitieren könnten, sowie Energie- und Rohstoffunternehmen, denen eine hartnäckigere Inflation zugutekommen könnte.
  • „Neugestaltung“ des globalen Handels:
    Zölle und Lieferengpässe verändern, wo Unternehmen produzieren und von wem sie Waren beziehen. Neue Handelsabkommen, die Rückverlagerung von Produktion und „China + 1“-Strategien lenken Handels- und Kapitalströme um. Davon könnten vor allem Länder profitieren, die zusätzliche Investitionen anziehen und stärker in internationale Lieferketten eingebunden werden. Die Globalisierung setzt sich fort, folgt aber anderen Wegen als in den vergangenen Jahrzehnten.
  • Widerstandsfähigkeit der Schwellenländer:
    Viele Schwellenländer weisen ein höheres Wachstumspotenzial und eine geringere staatliche Verschuldung auf als Industrieländer. Einige von ihnen haben zudem ihre geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen verbessert. Wo Notenbanken früh gegen die Inflation vorgegangen sind, bieten Anleihen inzwischen positive Realzinsen. Daraus können sich Chancen auf Zinserträge ergeben, denen jedoch Währungs- und Bonitätsrisiken gegenüberstehen.
  • Reindustrialisierung Europas:
    Schwaches Wachstum, eine veränderte Sicherheitslage und Druck aus Washington haben Europa zu höheren Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur bewegt. Die damit verbundenen staatlichen Investitionen könnten ausgewählten Industrieunternehmen im Euroraum zugutekommen.
  • Aufschwung in Japan:
    Nach Jahrzehnten mit deflationären Tendenzen steigen die Preise in Japan wieder. Eine schrittweise Normalisierung der Geldpolitik durch die Bank of Japan könnte die Zinsdifferenz zu anderen Währungsräumen verringern und den Yen stützen. Reformen der Unternehmensführung und Stärken in wichtigen Technologiebereichen könnten zudem die Aussichten ausgewählter japanischer Unternehmen verbessern.

Wie sich die Investmentthesen im Portfolio widerspiegeln

Wie das Fondsmanagement sechs identifizierte Themenfelder in eine chancenreiche Allokation umsetzt, zeigt ein Blick ins aktuelle Portfolio (Stand: 31. August 2026).

Nordamerika ist mit knapp 37 % zwar die größte Region im Fonds, liegt aber weit unter den gut 61 % der Benchmark. Umso stärker ist Europa vertreten. Mit fast 28 % übersteigt der Anteil die Benchmark­Gewichtung von knapp 21 % deutlich, und die Positionierung mit Blick auf Europas Reindustrialisierung wird sichtbar. Noch klarer ist die Abweichung bei den Schwellenländern. Lateinamerika kommt auf gut 9 %, der Nahe Osten und Afrika auf knapp 6 %. In der Benchmark spielen beide Regionen mit jeweils weniger als 1 % praktisch keine Rolle. Asien ist dagegen mit knapp 8 % nur etwa halb so stark gewichtet wie im Vergleichsindex.

Im Rententeil sticht vor allem die Verteilung der nominalen Währungspositionen hervor. Fast die Hälfte entfällt auf asiatische Währungen, knapp 30 % auf Lateinamerika und die Karibik sowie gut 21 % auf den Nahen Osten und Afrika. Für Nordamerika weist die Übersicht hingegen eine negative Nettoposition von rund 13 % aus. Das unterstreicht den Schwerpunkt auf Währungen außerhalb Nordamerikas.

Größter Sektor im Aktienportfolio ist „Software & Dienste“ mit gut 12 %. Technologie spielt also durchaus eine Rolle, wenn auch nicht eine so große wie im Vergleichsindex. Und auch Halbleiter, die teils zu den großen KI-Profiteuren gehörten, machen nur knapp 5 % aus. Deutlich ins Gewicht fallen dafür Sektoren, die von steileren Zinskurven und einer hartnäckigen Inflation profitieren könnten. Rohstoffe und Energie kommen zusammen auf gut 15 %, Banken und Versicherungen auf knapp 11 %. Hinzu kommen Investitionsgüter mit knapp 10 % sowie Medizintechnik und Pharma mit zusammen fast 18 %.

Auch die zehn größten Einzelwerte lesen sich wie ein Gegenentwurf zum Weltindex. Keiner der großen US Tech Konzerne ist darunter vertreten.

Die zehn größten Werte

Quelle: Franklin Templeton Stand: 31.08.2026

Trotz des im Vergleich zu einem weltweit anlegenden ETF konzentrierten Portfolios wiegt keine Position schwerer als gut 2 %. Zusammen bringen es die zehn größten Positionen auf nur rund 17 % des Fondsvermögens.

Fazit:

Anlegerinnen und Anleger, die ein weltweites Investment suchen oder eine Ergänzung zu einem Engagement im MSCI World wünschen, könnten den Templeton Global Value and Income Fund interessant finden. Im Gegensatz zu einem Weltindex, dessen Zusammensetzung vor allem vom Börsenwert der Unternehmen bestimmt wird, wählt der Fonds Aktien nach ihrer Bewertung aus und bezieht Anleihen sowie Währungen ein. Der Fonds nutzt ein breites Anlageuniversum und sucht weltweit nach attraktiven Chancen. Die aktuellen Positionen zeigen, wie deutlich er dabei vom Vergleichsindex abweichen kann.



Wichtige Hinweise

Das vorliegende Dokument dient ausschließlich der allgemeinen Information. Es ist weder als individuelle Anlageberatung noch als Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer bestimmten Anlagestrategie zu verstehen. Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Es besteht keine Garantie, dass eine Strategie ihr Ziel erreichen wird. Die Wertentwicklung kann auch durch Währungsschwankungen beeinflusst werden. Eine geringere Liquidität kann den Kurswert der Vermögenswerte beeinträchtigen. Währungsschwankungen können den Wert ausländischer Anlagen beeinträchtigen. Strategien, die in Schwellenländer investieren, können mit höheren Risiken verbunden sein als jene, die in Industrieländer investieren. Strategien, die in Finanzderivate investieren, sind mit spezifischen Risiken verbunden, die das Risikoprofil der Strategie erhöhen können. Bei Strategien, die in bestimmte Sektoren oder Regionen investieren, können die Renditen stärker schwanken als bei einer breiter diversifizierten Strategie.

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