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Zusammenfassung

Kurz vor der Jahresmitte – einer Zeit, von der wir dachten, dass wir mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Trends, die Inflation, den geopolitischen Druck und die Ausrichtung der Zentralbanken haben würden –, herrscht wohl noch mehr Ungewissheit und das Spektrum denkbarer Entwicklungen hat sich noch ausgeweitet. Aktiv verwaltete Anlagewerte müssen in nächster Zeit eine größere Rolle in den Portfolios von Anlegern spielen. Dies sind vor allem Hedgefonds, da sie sehr flexibel und dynamisch sind.

Strategie-Highlights

Aktienmarktneutral: Im historischen Vergleich sind die Einzeltitelkorrelationen gering, was auf ein günstiges Umfeld für aktienmarktneutrale Strategien zur Auslese von Gewinnern und Verlierern schließen lässt.

Discretionary Global Macro: Die Manager nehmen neben anderen wichtigen makroökonomischen Indikatoren auch die Inflationsentwicklungen, die Unterschiede bei den regionalen Daten und potenzielle Auswirkungen der restriktiven Politik auf das Wirtschaftswachstum genau unter die Lupe.       

Versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS): Zwar haben sich die Spreads gegenüber den Allzeithochs von Ende 2022 verengt, doch der Ausblick auf die Zukunft bleibt für uns attraktiv. Die Gesamtrenditen liegen nach der Verlängerungsrunde im Juni 2023, bei der anhaltend knapper werdendes Rückversicherungskapital und ein Anstieg der Zinssätze am Geldmarkt zu beobachten war, unverändert auf hohem Niveau.

Strategie Ausblick
Long/Short Equity Wir stufen die Strategie von untergewichtet auf neutral hoch, da sich die höheren Zinssätze in der Wirtschaft allmählich bemerkbar machen und zu einer Streuung auf Unternehmensebene führen. Allerdings stehen wir wohl noch ganz am Anfang, denn die Netto- und Bruttoengagements liegen im historischen Vergleich weiterhin am unteren Ende des Spektrums.
Relative Value Durchwachsener Ausblick. Positiv für Convertible Arbitrage dank der zunehmenden Streuung zwischen den einzelnen Anlagewerten und der Erwartung eines Anstiegs der Neuemissionen. Neutral für festverzinsliche Relative-Value- und Volatilitäts-Handelsstrategien aufgrund der geringen Volatilität und der anhaltenden Dominanz von Marktteilnehmern, die bei ihren Verkäufen auf Volatilität setzen.
Event Driven Neutraler Ausblick mit einer Streuung auf Ebene der Unterstrategien. Aktivistische Anleger profitieren von aktiven Kalendern und institutioneller Unterstützung, während die Strategien für Ausnahmesituationen (Special Situations) und Fusionsarbitragen unter einem extrem niedrigen Aktivitätsniveau und deutlich häufigeren regulatorischen Eingriffen leiden.
Schuldtitel Untergewichtung. Die Spreads liegen unter dem Durchschnitt, auch wenn die Renditen weiterhin hoch sind. Es ist unseres Erachtens noch zu früh für Chancen bei notleidenden Schuldtiteln, und abgesehen von einigen wenigen ineffizienten Ausnahmen (z. B. private und strukturierte Kredite) scheint der Markt den Risiken entsprechend bewertet zu sein.
Global Macro Das Marktgeschehen wird weiterhin von den makroökonomischen Daten bestimmt. Für Manager mit Erfahrung in der Bewertung solcher Faktoren und deren Auswirkungen auf die Politik und die Stimmung an den Märkten könnte dies ein Vorteil sein. Kurzfristige Verwerfungen können weiterhin Chancen für flexible Manager bieten, da die Anleger ihre Erwartungen auf die neuen Daten abstimmen.
Rohstoffe Nach wie vor dominieren Rezessionsängste die makroökonomische Positionierung und die damit verbundenen Preisschwankungen in allen Rohstoffsektoren. Auch wenn die Wiederöffnung Chinas nach der Corona-Pandemie nicht im erwarteten Tempo erfolgt ist, glauben wir, dass es sowohl bei Relative-Value- als auch bei direktionalen Strategien noch reichlich Chancen gibt.
Versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS) Bei den Verlängerungsrunden im Juni und Juli kam es erwartungsgemäß zu einem starken Zinsanstieg. Dem Sektor ist viel Geld zugeflossen, was das Ausmaß des Anstiegs gedämpft hat. Trotz dieser Zuflüsse sind wir der Ansicht, dass der allgemeine ILS-Markt sowohl in Bezug auf die Spreads als auch auf die Gesamtrendite weiterhin sehr attraktiv ist.

Von uns untersuchte gesamtwirtschaftliche Themen  

Kurz vor der Jahresmitte – einer Zeit, von der wir dachten, dass wir mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Trends, die Inflation, den geopolitischen Druck und die Ausrichtung der Zentralbanken haben würden –, herrscht wohl noch mehr Ungewissheit und das Spektrum denkbarer Entwicklungen hat sich noch ausgeweitet. 

Die US-Notenbank (Fed) konzentriert sich weiterhin auf die Inflation und erklärte, dass es durchaus zu zwei weiteren Zinsanhebungen kommen könnte, auch wenn die Inflationsdaten eine gewisse Entspannung zeigen. Dank der Anzeichen für eine robuste Wirtschaft verschiebt sich das Thema Rezession immer weiter nach hinten. Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt zu einer Rezession kommen wird, und wenn ja, wie stark sie ausfallen wird.

Die Stärke des Gesamtmarktes wird vom Technologiesektor getragen, wenngleich es erste Anzeichen für eine Ausweitung der Marktbreite gibt, was für die Risikobereitschaft der Hausse-Spekulanten von Vorteil ist. Wir rechnen damit, dass sich die Stärke des Technologiesektors im nächsten Berichtszyklus abschwächen und die Marktbreite weiter zunehmen wird. Die Marktteilnehmer dürften sich auf die Ergebnisse, die Kommentare zu den Ergebnissen und die entsprechenden Marktreaktionen konzentrieren, um Klarheit zu gewinnen. Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz (KI) auf lange Sicht die Welt entscheidend verändern wird. In dieses Thema ist jedoch viel „heißes Geld“ geflossen, und eine Liquidation in diesem Bereich dürfte eine attraktivere Kaufgelegenheit bieten.

Wir gehen davon aus, dass die Fed den globalen Zinszyklus anführen wird. Der Vorsitzende Jerome Powell und sein Team orientieren sich weiterhin stark an Daten. Zwar sehen die jüngsten Inflations- und Beschäftigungszahlen vielversprechend aus, aber sie sind nicht zweifelsfrei stichhaltig, weshalb die Debatte über Disinflation oder Inflation nicht abreißt. Anleger sollten sich unserer Meinung nach in Zukunft auf eine breitere Rendite- und Risikoverteilung einstellen, die sowohl nach oben als auch nach unten hin stärker ausgeprägt ist. Aktiv verwaltete Anlagewerte müssen in nächster Zeit eine größere Rolle in den Portfolios von Anlegern spielen. Dies sind vor allem Hedgefonds, da sie sehr flexibel und dynamisch sind.

Ausblick 3. Quartal 2023: Strategie-Highlights   

Aktienmarktneutral  

Trotz einer Volatilität auf Einzeltitelebene, die leicht über dem historischen Durchschnitt liegt, entwickelte sich der Aktienmarkt weitgehend unkorreliert (siehe Abbildung 1). Die einmonatige paarweise Korrelation zwischen Aktien liegt im Juni 2023 im
17. Perzentil seit 2005. Daher kann ein aktienmarktneutraler Manager vermutlich Kapital aus der Streuung zwischen Aktien schlagen, wenn der Markt zwischen Gewinnern und Verlierern unterscheidet. Während der vergangenen gut zehn Jahre haben die überschüssige Liquidität der Zentralbanken und die niedrigen Kreditkosten die direktionale Entwicklung der meisten Anlagewerte begünstigt und somit eine Streuung gehemmt. Marktneutrale Strategien könnten angesichts der neuen Notenbankpolitik nun kurz vor einem mittel- bis langfristigen Aufschwung stehen.

Abbildung 1: Interne Korrelation von S&P 500-Aktien. Einmonatige paarweise Korrelation der Aktien im S&P 500 Index

Januar 2005–Mai 2023

Quelle: Morgan Stanley. Hinweis: Das QDS-Modell der Retail-Ströme beruht auf öffentlichen Daten. Da das Modell etwa 50 % der gesamten Retail-Ströme auf dem Markt erfasst, ist der tatsächliche Umfang der aggregierten Retail-Ströme wahrscheinlich doppelt so hoch wie das Ergebnis des Modells. Daher sind die im Text angegebenen Zahlen auf den 2-fachen („realistischeren“) Wert hochskaliert, während in den Diagrammen die Ergebnisse des Modells angezeigt werden. * Bei diesen Informationen handelt es sich um eine Schätzung der Retail-Aktivität, die ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Börsen- und Consolidated-Tape-Daten abgeleitet wurde. Die Analyse dieser öffentlich zugänglichen Daten durch Morgan Stanley stützt sich bei diesen Schätzungen auf Annahmen und kann Faktoren wie Transaktionen, die nach Ermessen von Morgan Stanley eine offensichtliche Kurssteigerung kennzeichnen, und Informationen aus Retail-Prioritätsprogrammen in ihre Analyse einbeziehen. Falls Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an Ihren Vertriebsmitarbeiter bei Morgan Stanley. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen des Datenanbieters sind unter www.franklintempletondatasources.com verfügbar. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten und Ausgabeaufschläge sind nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen.

Discretionary Global Macro  

An den Märkten liegt der Fokus weiterhin auf den veröffentlichten Konjunkturdaten, insbesondere auf jenen, die wie die Inflation einen starken Einfluss auf den geldpolitischen Kurs haben. Auch wenn sie sich von den Höchstständen entfernt haben, bleiben die Inflationsraten im Allgemeinen über den Zielvorgaben der meisten Zentralbanken, auch in den viel beachteten G3-Ländern. Zwar ist die Inflation weltweit hoch, aber die unterschiedlichen Veränderungsraten in den einzelnen Regionen dürften die verschiedenen geldpolitischen Maßnahmen sowie die verschiedenen Asset-Preisentwicklungen beeinflussen. Dies eröffnet Relative-Value-Chancen für diejenigen, die die Entwicklung der Daten verfolgen. Es scheint, dass sich einige Marktteilnehmer auf eine geldpolitische Wende im Laufe dieses Jahres einrichten, sollten die Inflationsraten in den Vereinigten Staaten und im Euroraum weiter nachgeben, aber viele Macro-Manager erwarten, dass die Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten werden (zumindest im Vergleich zu den vergangenen Jahren). Wenn die Märkte sich auf die neu veröffentlichten Daten einstellen, könnten sich für die Manager mehr Handelsmöglichkeiten ergeben. 

Abbildung 2: Inflation in G3-Ländern im Jahresvergleich

Juni 2013–Mai 2023

Quelle: Bloomberg. Die Nutzungsbedingungen und wichtige Mitteilungen der Datenanbieter stehen unter www.franklintempletondatasources.com zur Verfügung.

Versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS)  

Die Rendite auf dem Markt für Katastrophenanleihen (Cat-Bonds) ist zu Beginn der Hurrikansaison nach wie vor äußerst attraktiv. Aufgrund der Neuausrichtung des allgemeinen Markts nach dem Hurrikan Ian im Jahr 2022 und der höheren Zinsen ist der Zeitpunkt für einen Einstieg in diese Anlageklasse günstig. Auch wenn sich der Spread auf dem Markt für Katastrophenanleihen in den letzten acht Monaten kontinuierlich eingeengt hat, bleibt er auf einem Niveau, das seit der Zeit unmittelbar nach dem verheerenden Wirbelsturm Sandy im Oktober 2012 nicht mehr erreicht wurde. Bislang waren die Neuemissionen von Cat-Bonds im Jahr 2023 recht umfangreich, und alles deutet darauf hin, dass dies ein Rekordjahr für neue Transaktionen auf dem Markt sein wird. Zwar würde es uns nicht überraschen, wenn sich die Spreads im Laufe des Jahres weiter einengen würden, doch sofern keine nennenswerten Naturkatastrophen auftreten, glauben wir, dass sich die künftigen Kurse und Spreads auf einem höheren Niveau als vor dem Hurrikan Ian einpendeln werden.

Abbildung 3: Rendite auf dem Cat-Bond-Markt

April 2014–Mai 2023

Quelle: Aon Benfield, Swiss Re, Bloomberg. Wichtige Mitteilungen und Nutzungsbedingungen des Datenanbieters sind unter www.franklintempletondatasources.com verfügbar.



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