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Drei Themen beschäftigen uns heute:

  1. Indien: Bei den Wahlen in Indien konnte die Bharatiya Janata Party (BJP) von Premierminister Narendra Modi zwar die Mehrheit der Parlamentssitze für sich gewinnen, büßte allerdings gegenüber der Wahl 2019 Stimmen ein. Die Anleger versprechen sich nun von dem im Juli vorgelegten Haushalt Aufschluss über die Prioritäten der neuen Regierung. Jüngste Daten lassen auf eine Verbesserung der Haushaltslage schließen. Daher besteht die Aussicht auf einen Abbau des Haushaltsdefizits für das Haushaltsjahr 2025 (anders als bei der vorläufigen Haushaltsprognose von 5,1% im Februar). Höhere Dividendeneinnahmen von der Zentralbank und ein kleinerer Haushalt für das Jahr 2024 verschaffen Modi einen gewissen Spielraum bei der Priorisierung der Ausgaben. 
  2. Chinas Pipeline für Börsengänge geht an den Start: An den internationalen Börsen außerhalb Hongkongs fanden längere Zeit keine chinesischen Börsengänge statt, doch mittlerweile laufen die Vorbereitungen für die Notierung von Unternehmen wieder an. Vorausgegangen war die erfolgreiche Börsennotierung eines chinesischen Luxus-Elektrofahr-zeugherstellers in denVereinigten Staaten im ersten Quartal. In den kommenden Monaten wird wahrscheinlich eines der weltweit größten Fast-Fashion-Bekleidungsunternehmen an die Börse gehen, möglicherweise in London. 
  3. Höhere Zinsen für längere Zeit: Mehrere regionale Präsidenten der US-Notenbank (Fed) haben sich dafür ausgesprochen, die Zinssätze für einen längeren Zeitraum auf einem höheren Niveau zu halten.1 Wenn die Zinsen in den USA noch länger hoch bleiben, dürfte auch die Stärke des US-Dollars anhalten. Auf die Vermögenswerte der Schwellenländer wirkt sich dieser Umstand jedoch negativ aus. Ein starker US-Dollar war in der Vergangenheit immer mit einem Abzug von Portfoliokapital aus dieser Anlageklasse verbunden.

Ausblick 

Dank der Regulierungspolitik haben sich chinesische Aktien in letzter Zeit besser entwickelt als die Aktien anderer Schwellenländer. Wir erwarten, dass vor allem im Immobiliensektor in nächster Zeit weitere Fördermaßnahmen anstehen. Ausgehend von der positiven Stimmung durch die besseren Konjunkturdaten legen wir dar, warum unser Team von China Equity in seinen Portfolios weiterhin Unternehmen bevorzugt, die die Binnennachfrage bedienen. 

Chinesische Immobilienaktien

Unser Immobilienanalyst für China hatte damit gerechnet, dass die Kommunen mit unterstützenden Maßnahmen aufwarten würden. Das derzeitige Rettungspaket ist seiner Ansicht nach eines der umfangreichsten Pakete seit 2021. Aus seiner Sicht könnten kurz vor der kommenden Plenarsitzung im Juli weitere Ankündigungen folgen. Er verwies darauf, dass die jüngsten Maßnahmen sowohl auf die Angebots-als auch auf die Nachfrageseite abzielen. Der Plan zum Abbau von Altbeständen befasst sich mit dem Problem des Überangebots, und die Abänderungen der Hypothekenzinsen und Anzahlungen zielen auf die Nachfrage ab.

Handelsdaten

Im April verzeichneten die chinesischen Exporte wieder ein Wachstum. Wir haben uns diesbezüglich mit mehreren Transportunternehmen ausgetauscht. Demnach hat die Nachfrage im chinesischen Handel die Erwartungen seit Jahresbeginn übertroffen. Ein Grund für diese Entwicklung sind die bevorstehenden Zollerhöhungen. Aufgrund von Eilaufträgen haben chinesische Exporteure Slots für die Versendung gebucht, bevor die neuen Zölle in Kraft treten. Dies dürfte aus unserer Sicht zu den positiven Exportdaten des Monats beigetragen haben. Angesichts der Tatsache, dass die Nachfrage aus Eilaufträgen wahrscheinlich nicht anhalten wird, ist unserem Analysten für chinesische Industriewerte jedoch bewusst, dass im weiteren Verlauf des Jahres Abwärtsrisiken bestehen. Das Team von China Equity bevorzugt daher weiterhin einheimische Unternehmen, die den chinesischen Verbrauchermarkt abdecken. Das Portfolio ist deshalb nur begrenzt geopolitischen Risiken und Risiken im Zusammenhang mit Schwankungen der Auslandsnachfrage ausgesetzt. 

Zwar hat sich die Stimmung an den Märkten gegenüber China deutlich verbessert, dennoch halten wir an unserem langfristigen Anlagekonzept fest. Wir werden also auch in Zukunft ein Auge auf weitere Stabilitätsanzeichen haben. Darunter fallen unter anderem eine bessere Kapitaleffizienz und die stärkere Beteiligung des Privatsektors an der Gesamtwirtschaft. Aus der Bottom-up-Perspektive halten wir die Unternehmensgewinne nach wie vor für durchwachsen. Eine Situation, die aus unserer Sicht die aktuelle Lage der Wirtschaft widerspiegelt. 

Marktkommentar: Mai 2024

Schwellenländeraktien legten im Monatsverlauf zu, blieben aber hinter Industrieländeraktien zurück. Das Inflationsumfeld hat in den Vereinigten Staaten einen Wendepunkt erreicht, denn der Anstieg des Verbraucherpreisindex fiel im April geringer aus als erwartet. Der MSCI EM Index rentierte im Berichtsmonat mit 0,59%, während der MSCI World Index um 4,53% zulegte. 

Die asiatischen Schwellenländer entwickelten sich positiv. Die chinesischen Aktien setzten ihren Aufwärtstrend fort. Die Bekanntgabe mehrerer regulatorischer Maßnahmen trug zur Belebung des Marktes bei. Den Aktien des Immobiliensektors kam ein Rettungspaket zugute. Dazu gehörten eine Lockerung der Hypothekenvorschriften und die Anreize für die Kommunen, unverkaufte Häuser von Bauträgern zu kaufen. Unser Research-Analyst für Immobilien im Großraum China ist der Ansicht, dass dies den Auftakt für weitere Fördermaßnahmen in diesem Sektor darstellt. Das Investmentteam wird gemeinsam auf eine nachhaltige Stabilität der Immobilienpreise achten. Sie gilt als Vorbote einer Trendwende in der Immobilienbranche. Unser asiatischer Aktienportfoliomanager ist außerdem der Ansicht, dass die Stabilität der Immobilienpreise positive Sekundäreffekte haben wird. Die Stimmung der Verbraucher könnte sich dadurch aufhellen, was wiederum den Wachstumsausblick in China stärken könnte. Auch die Halbleiterwerte in China wurden beflügelt, nachdem die Einrichtung eines neuen Investitionsfonds zur Förderung der Chip-Industrie bekannt wurde. 

Solide Gewinne und die zuversichtliche Umsatzprognose eines amerikanischen Unternehmens für Halbleiterchipdesign verliehen den Halbleiterwerten der Schwellenländer Auftrieb. Angeführt wurde dieser Höhenflug von Südkorea und Taiwan, obwohl unternehmensspezifische Probleme den Kurs des wichtigsten südkoreanischen Anbieters schwächten. Das zeigt, welch enormes Potenzial die künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor für diese Unternehmen hat. Südkoreas Regierung kündigte ein Hilfspaket zur Unterstützung einheimischer Halbleiterfirmen an.

Im Mai setzten auch die indischen Aktien ihren Aufwärtstrend fort, unter anderem aufgrund der Erwartung eines Wahlsiegs der amtierenden Regierungspartei. Die indische Zentralbank hat eine Rekorddividende an die Regierung ausgeschüttet, was zum Abbau des Haushaltsdefizits im Haushaltsjahr 2025 beitragen und die Wertentwicklung von Finanztiteln stützen wird. 

Die Schwellenländer in der Region Europa, Naher Osten und Afrika entwickelten sich negativ. Die Wirtschaft der Vereinigten Arabischen Emirate verzeichnete im viertenQuartal2023 ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr, wobei das Wirtschafts-wachstum außerhalb des Ölsektors eine wichtige Rolle spielte. Dies unterstreicht die Bestrebungen des Landes, sich von einer vom Erdöl abhängigen Wirtschaft zu lösen. Mit ähnlichen Plänen zur Diversifizierung der Wirtschaft weg vom ölabhängigen Wachstum arbeitet die saudi-arabische Regierung derzeit an der Veräußerung einiger ihrer Anteile an der nationalen Ölgesellschaft. 

In der Türkei ist die Inflationsrate im April gestiegen. Daraufhin wurde ein Sparmodell zur Senkung der öffentlichen Ausgaben und zur Steigerung der Effizienz im Rahmen eines Konjunktur-programms aufgelegt. In Südafrika verlor der amtierende African National Congress erstmals seine parlamentarische Mehrheit, seit er nach dem Ende der Apartheid 1994 an die Macht kam. Während der Verhandlungen über die Bildung einer Koalitions-regierung dürfte eine gewisse Unruhe herrschen. 

Aktien aus Schwellenländern der Region Lateinamerika mussten Verluste hinnehmen. In Brasilien hat die unerwartet geringe Zinssenkung enttäuscht. Die staatliche Ölgesellschaft (eines der größten börsennotierten Unternehmen des Landes) trug zum Einbruch des lokalen Aktienmarktes bei. Veränderungen in der Geschäftsleitung, schwächer als erwartet ausgefallene Ergebnisse für das erste Quartal und niedrige Dividenden schickten den Aktienkurs der Gesellschaft auf Talfahrt. Das Inflationsumfeld in der Region entwickelte sich erneut uneinheitlich. Während die jährliche Inflationsrate in Brasilien in der ersten Monatshälfte Mai weniger stark gestiegen ist als ursprünglich angenommen, hat die Gesamtinflation in Mexiko stärker zugenommen als erwartet. 



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