Ausblick
Optimismus für das zweite Halbjahr 2026
Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen haben sich Unternehmen aus verschiedenen Branchen für das zweite Halbjahr 2026 vorsichtig optimistisch geäußert. Ein südkoreanischer Autobauer und ein globaler Hersteller von Elektrowerkzeugen unterstrichen in ihrem Ausblick ihre Widerstandsfähigkeit, obwohl weiterhin höhere Inputkosten – zum Teil wegen der Spannungen in Nahost – bestehen.
Beide Unternehmen rechnen in der zweiten Jahreshälfte mit einer besseren Entwicklung, die durch unternehmensspezifische Maßnahmen wie die Einführung neuer Produkte sowie nachlassenden Druck durch Zölle unterstützt wird. Insbesondere hat keines der beiden Unternehmen einen kurzfristigen Bedarf zur Preiserhöhung signalisiert. Das legt nahe, dass die Erträge möglicherweise stärker auf das Jahresende konzentriert sind, als es derzeit in den Markterwartungen berücksichtigt ist. Bei einer Verbesserung der Rahmenbedingungen könnte das Bewertungschancen schaffen.
Diese Dynamik rückt auch die Frage stärker in den Fokus, wie Unternehmen ihre strategischen Initiativen finanzieren.
Kapitaldisziplin als Unterscheidungsmerkmal
Ein zentrales Thema war die Balance zwischen Wachstumsambitionen und Finanzierungsbedarf. Ein Polysiliziumhersteller erwägt eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung von Beteiligungen, obwohl das Unternehmen nur geringfügig verschuldet ist. Im Gegensatz dazu hat ein chinesischer Produzent von Elektrofahrzeugen umfangreiche Investitionspläne für die weltweite Expansion und Produktoptimierung vorgestellt.
Diese Beispiele verdeutlichen unterschiedliche Ansätze bei der Kapitalallokation. Unseres Erachtens werden Anleger Finanzierungsstrategien künftig genauer prüfen, insbesondere dort, wo fortlaufender Kapitalbedarf die Renditen verwässern oder die Bewertungen belasten könnte. Daher stellt Kapitaldisziplin ein immer wichtigeres Unterscheidungsmerkmal dar.
Aktionärsausrichtung und Kapitalströme
In den Gesprächen wurde zudem die Bedeutung hervorgehoben, Kapitalentscheidungen mit den Interessen der Aktionäre in Einklang zu bringen. Staatsnahe Unternehmen in Nahost, von denen wir einige im Portfolio halten, bleiben auf nationale Ziele ausgerichtet. Mittels Engagement betonen wir stets die Bedeutung einer besseren Abstimmung mit Minderheitsaktionären.
Eine stärkere Abstimmung könnte vermehrte internationale Kapitalströme anlocken, insbesondere wenn sich die geopolitischen Risiken in der Region stabilisieren. Zudem verbessert Engagement unseren Zugang zum Management und unsere Möglichkeiten, langfristige Ergebnisse zu beeinflussen.
Die Nachfragetrends erweisen sich weiterhin als insgesamt robust, doch das Anlagenarrativ entwickelt sich weiter. Unseres Erachtens spielen Umsetzung und Kapitaldisziplin eine immer wichtigere Rolle als Renditetreiber. Dabei erhalten unternehmensspezifische Faktoren zunehmend mehr Gewicht als allgemeine Markttrends.
Marktkommentar: Mai 2026
Aktien aus asiatischen Schwellenländern legten insgesamt zu. Große Unternehmen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) trieben deutliche Kursgewinne an den Aktienmärkten Südkoreas und Taiwans an. Die Nachfrage nach Rechenzentren und die Investitionsausgaben von Cloud-Dienstleistern ließen die Märkte aufwärts tendieren. Auch das begrenzte Angebot stützte das Thema KI. Indische Aktien gaben aufgrund geopolitischer Spannungen leicht nach. Nachdem die indische Regierung zu weniger Goldkäufen aufgerufen hatte, reagierten Schmuckaktien mit Kursverlusten. Höhere Einfuhrzölle auf Gold und Silber belasteten ebenfalls die Renditen.
Chinesische Aktien gerieten nach der Einführung neuer Vorschriften für den grenzüberschreitenden Handel unter Druck. Das löste einen breit angelegten Abverkauf am Markt aus. Dennoch legten Halbleiteraktien aufgrund von Anzeichen für neue Fortschritte im Sektor zu. Das könnte dazu beitragen, die Lücke zu den weltweiten Spitzenreitern zu schließen. Indonesische Aktien brachen ein, nachdem MSCI sechs Titel aus seinem Index gestrichen hat.
In den Schwellenländern der Region Europa, Naher Osten und Afrika verbuchten die Aktienmärkte leichte Zugewinne. Die Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe in Nahost stützte die Märkte. Das konnte die negative Entwicklung türkischer Aktien teilweise abfedern, die infolge eines Gerichtsurteils gegen den Oppositionsführer abstürzten. Ungarische Aktien gaben nach, nachdem Vorwürfe über gefälschte historische Haushaltsdaten aufgekommen waren.
Die Aktienmärkte in den Schwellenländern Lateinamerikas schlossen schwächer. Brasilianische Aktien verzeichneten die höchsten Verluste in der Region. Die staatlich unterstützte Ölgesellschaft Petrobras musste im Gleichschritt mit den Ölpreisen Kursverluste hinnehmen. Die mexikanische Zentralbank senkte die Zinsen, nachdem der Preisdruck im April nachgelassen hatte.
Ausblick
Zwei Portfoliomanager unseres Global Equity Markets Teams haben vor Kurzem an einem Templeton Global Investments Gipfel in Hongkong teilgenommen. An der Veranstaltung nahmen über 5.000 Personen teil, darunter Anleger, politische Entscheidungsträger und führende Vertreter der Wirtschaft. Im Mittelpunkt standen Themen wie die Neugestaltung des Welthandels, der wachsende wirtschaftliche Einfluss Asiens und grenzüberschreitende Innovationen.
Marktkommentar
Aktien aus Schwellenländern legten im Mai 2026 zu, was vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen war: geopolitische Entwicklungen und künstliche Intelligenz (KI). Die Hoffnung auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran hellte die Stimmung auf. Gleichzeitig weitete sich das Thema KI über die Technologieführer hinaus auf den Bereich der Robotik aus. Der MSCI EM Index verzeichnete im Berichtsmonat eine Rendite von 9,71 %, während der MSCI World Index mit 4,61 % rentierte. Beide Werte verstehen sich in US-Dollar.
Indexdefinitionen
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Indikator für die zukünftigen Renditen. Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren.
Der MSCI All Country World Index ist ein streubesitzbereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der globalen Industrie- und Schwellenländer abbilden soll.
Der MSCI Brazil Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im brasilianischen Markt messen.
Der MSCI China Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung in den Segmenten chinesische A-Aktien, H-Aktien, B-Aktien, Red Chips, P Chips und ausländische Notierungen (z. B. ADRs).
Der MSCI EM Asia ex Japan Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus zwei von drei Industrieländern (ohne Japan) und acht Schwellenländern in Asien.
Der MSCI EM Latin America Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus fünf Schwellenländern Lateinamerikas.
Der MSCI EM EMEA Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus elf Schwellenländern der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA).
Der MSCI EM Index ist ein streubesitzbereinigter, nach Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Aktienmarktentwicklung der Schwellenländer weltweit abbilden soll.
Der MSCI India Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im indischen Markt messen.
Der MSCI Mexico Index ist darauf ausgerichtet, die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im mexikanischen Markt abzubilden.
Der MSCI South Korea Index soll die Wertentwicklung des Large- und Mid-Cap-Segments im südkoreanischen Markt messen.
Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 23 Industrieländern.
WO LIEGEN DIE RISIKEN?
Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Anlagekapitals.
Beteiligungspapiere unterliegen Kursschwankungen und sind mit dem Risiko des Kapitalverlusts verbunden.
Internationale Anlagen sind mit besonderen Risiken verbunden. Hierzu gehören Währungsschwankungen sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die zu erhöhter Volatilität führen können. Diese Risiken sind in den Schwellenländern noch größer. Anlagen in Unternehmen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region können einer größeren Volatilität unterliegen als Anlagen, die geografisch breiter gestreut sind.
Der Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft ist noch immer hoch, und daher spielen bei Investitionen in China Regulierungsrisiken im Vergleich zu vielen anderen Ländern eine größere Rolle. Investments in China, Hongkong und Taiwan unterliegen speziellen Risiken, dazu gehören eine geringere Liquidität, Enteignungen, eine konfiskatorische Besteuerung, Spannungen im internationalen Handel, Verstaatlichung sowie Devisenkontrollbestimmungen und eine hohe Inflation. All dies kann negative Auswirkungen auf den Fonds haben. Investments in Hongkong und Taiwan könnten wegen der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu China negativen Einflüssen unterliegen.
WF: 10871213
