Zusammenfassung
Die höhere makroökonomische und Marktvolatilität sowie die stärkere Streuung schaffen ein Umfeld mit zahlreichen Möglichkeiten für den aktiven Handel. Für Hedgefonds wird es unseres Erachtens entscheidend sein, diese Möglichkeiten frühzeitig zu identifizieren, die Liquidität zu steuern, die Flexibilität zu erhöhen und sich der makroökonomischen Gegebenheiten bewusst zu sein. Hochwertige, aktive Hedgefonds müssen unserer Ansicht nach in diesem Investitionsumfeld eine größere Rolle in den Portfolios von Anlegern spielen.
Strategie-Highlights
Aktienmarktneutral: Die historischen Daten legen den Schluss nahe, dass aktienmarktneutrale Manager in einem Umfeld höherer Zinsen die beste Performance erzielen. Die Renditen beruhen teilweise auf der Streuung an den Aktienmärkten und höhere Zinsen tragen dazu bei, die Gewinner von den Verlierern zu unterscheiden.
Discretionary Global Macro: Dynamischen Managern mit dem erforderlichen Know-how für die Prognose und Auslegung von Konjunkturdaten, den Beziehungen zwischen verschiedenen Anlageklassen und den geldpolitischen Entwicklungen, die nach wie vor eine treibende Kraft an den Märkten sind, bietet sich ein attraktives Spektrum an Möglichkeiten.
Versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS): Trotz der jüngsten Straffung ist das zukunftsorientierte Renditeumfeld in den meisten Risikosegmenten unverändert attraktiv.
| Strategie | Ausblick |
|---|---|
| Long/Short Equity | Wir weisen der Strategie eine Untergewichtung zu, sehen aber langfristig Gründe für Optimismus. Das sich verändernde Zinsumfeld ist schwer zu bewältigen, dürfte aber letztlich für eine anhaltende Streuung sorgen. Japan ist angesichts der ermutigenden makroökonomischen Bedingungen und der Unternehmensreformen ein Schwerpunktbereich. |
| Relative Value | Untergewichtung. Anzeichen für eine leichte Verbesserung im Anlagespektrum der ereignisgetriebenen (Event Driven) Wandelanleihen. Die leichte Volatilität an den Rentenmärkten wird durch ein nach wie vor begrenztes Spektrum an Möglichkeiten bei traditionellen Volatilitätshandelsstrategien kompensiert. |
| Event Driven | Neutraler Ausblick mit einer Streuung auf Ebene der Unterstrategien. Bei der Merger-Arbitrage- und der Special-Situations-Strategie schlägt die Verbesserung des regulatorischen Umfelds positiv zu Buche. Sie leiden aber nach wie vor unter dem geringen Transaktionsvolumen. Grund dafür ist die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit. Aktivistische Anleger profitieren weiterhin von der positiven Dynamik im Hinblick auf Corporate Governance und institutionelle Unterstützung. |
| Schuldtitel | Beibehaltung unserer Untergewichtung. Die Renditen sind zwar unverändert hoch, doch die Spreads liegen unter dem Durchschnitt. Es ist unseres Erachtens noch zu früh für Chancen im Bereich der notleidenden Schuldtitel. Abgesehen von einigen wenigen ineffizienten Ausnahmen (z. B. Direkt Lending und strukturierte Kreditwerte) scheint der Markt aus unserer Sicht auch den Risiken entsprechend bewertet zu sein. |
| Global Macro | Das Umfeld ist für Macro-Strategien weiterhin vorteilhaft, denn die geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken und die Entwicklungen bei wichtigen wirtschaftlichen Faktoren bestimmen nach wie vor das Marktgeschehen. Geringfügige Unterschiede zwischen regionalen Wachstums- und Inflationstrends könnten zu einer stärkeren Streuung und zu Relative-Value-Chancen führen. |
| Rohstoffe | Wichtige makroökonomische und geopolitische Faktoren belasten nach wie vor die meisten Sektoren. Die Preise sind nach den jüngsten Zuwächsen wieder gesunken, sodass sich der Handel marktübergreifend in engen Bandbreiten vollzieht. Relative-Value-Strategien dürften in diesem Umfeld besser abschneiden als direktionale Strategien. |
| Versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS) | Die ersten Hinweise auf die Preisgestaltung zum 1. Januar scheinen robust, trotz der relativ geringen Anzahl verheerender Hurrikan-Anlandungen. Die Entwicklung der Kurse von Katastrophenanleihen und die Gesamtrendite stufen wir trotz der Straffung der Bedingungen im Jahresverlauf als attraktiv ein. |
Von uns untersuchte gesamtwirtschaftliche Themen
Die US-Notenbank (Fed) löste im März 2022 Veränderungen im Investitionsumfeld aus, als sie die Leitzinsen erhöhte und damit für einen Anstieg der Kapitalkosten sorgte. Seitdem befinden sich sämtliche Stakeholder in einer fortwährenden Phase der Anpassung und Neuausrichtung. Wir sind der Ansicht, dass die Zentralbanken große Schwierigkeiten haben werden, die Inflation wieder in ihr jeweiliges Zielband zu drücken. Wenn man sich die Weltmärkte aktuell ansieht, so bewegen sich die realen Geldmarktsätze auf sehr attraktivem Niveau, die Kapitalkosten für Unternehmen steigen immer weiter, Regierungen machen immer mehr Schulden, die Kosten für Verbraucher wachsen und die geopolitischen Spannungen nehmen zu. Wir gehen davon aus, dass die Kapitalkosten auf absehbare Zeit hoch bleiben werden, da die Zentralbanken die Finanzierungskosten auf einem hohen Niveau halten, um den Inflationsdruck unter Kontrolle zu halten. Das daraus resultierende Investitionsumfeld ist geprägt von zunehmender Marktvolatilität über alle Anlageklassen hinweg, von einem Auseinanderdriften bei der Performance der einzelnen Wertpapiere und von einer Verkürzung der Anlagehorizonte.
Aktienmarktneutrale Hedgefonds sind unseres Erachtens gut positioniert, um mit einem verantwortungsvollen, risikoorientierten, nicht direktionalen Ansatz von der Wertpapierstreuung zu profitieren. Aus all den oben genannten Gründen halten wir an unserer Übergewichtung diskretionärer Global-Macro-Strategien fest, möchten aber betonen, dass die Managerauswahl im aktuellen Umfeld äußerst wichtig ist. Versicherungsgebundene Wertpapiere sind eine der idiosynkratischsten Investment-Möglichkeiten, um Überschussrenditen zu erzielen und gleichzeitig eine Diversifizierung des Portfolios zu erreichen.
Ausblick 4. Quartal 2023: Strategie-Highlights
Aktienmarktneutral
Die Zinsen sind höher und schneller gestiegen, als irgendein Marktteilnehmer es noch vor zwei Jahren erwartet hätte. Diese Umstellung war für einzelne Vermögenswerte und Anlagestrategien schwer zu meistern, doch die Vergangenheit lehrt uns, dass höhere Zinsen attraktive Chancen für Hedgefonds bieten. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass Hedgefonds und insbesondere Long/Short-Equity-Strategien in einem Umfeld höherer Zinsen, in dem sich in der Regel die Gewinner von den Verlierern trennen, besser abschneiden. In einem Niedrigzinsumfeld können sich auch schwächere Unternehmen leichter finanzieren, diese Finanzierung hat weniger Auswirkungen auf ihren Gewinn und Kunden sind angesichts ihrer eigenen Finanzierungsmöglichkeiten unter Umständen weniger kritisch. Inzwischen sind die Zinsen jedoch deutlich höher als in den letzten zehn Jahren und darüber hinaus. Diese schwächeren Unternehmen wechseln daher zunehmend in den Risikomanagementmodus, während die stärkeren Unternehmen Chancen ergreifen und Gewinne erzielen können. Unseres Erachtens sind aktienmarktneutrale Manager gut aufgestellt, um von diesen Rahmenbedingungen zu profitieren, da die Renditen in hohem Maße auf die Streuung zurückzuführen sind.
Abbildung 1: Auswirkungen des Zinsumfelds auf die Erträge von Hedgefonds (monatliche Erträge, annualisiert)

Quellen: SPDJI, Goldman Sachs Marquee Connect, dem Goldman Sachs Capital Introduction Team zur Verfügung gestellte Investorenbriefe, HFR. Geltender Zinssatz bezieht sich auf den annualisierten Satz des Drei-Monats-ICE LIBOR; Aktienrendite bezieht sich auf den MSCI World TR; Aktienstreuung und Aktienkorrelation beziehen sich auf die realisierte Korrelation und Streuung zwischen den Aktien im S&P 500; Berechnung des Equity L/S Alpha auf gleichgewichteter Basis unter Verwendung der Alpha-Methodik von Jensen: Equity L/S-Renditen minus Beta-adjustierte Aktienindexrenditen minus risikofreier Zinssatz. Die Berechnungen erfolgen auf Basis des jeweils geltenden monatlichen Zinssatzes und werden dann annualisiert. Stand: 31. Dezember 2022, sofern nicht anderweitig angegeben. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Indizes werden nicht verwaltet und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten und Ausgabeaufschläge sind nicht berücksichtigt. Diese Unterlagen dienen nur zu Diskussionszwecken und erheben nicht den Anspruch, eine umfassende Analyse der Risiken und Chancen einer Idee oder Strategie zu enthalten. Wichtige Mitteilungen und Bedingungen des Datenanbieters sind unter www.franklintempletondatasources.com verfügbar.
Discretionary Global Macro
Die Korrelationen zwischen den einzelnen Vermögenswerten sind in den meisten Fällen Schlüsselelemente für Portfolioaufbau und Risikomanagement. Viele moderne Anleger sind in den vergangenen Jahrzehnten implizit oder explizit von einer negativen Korrelation zwischen Aktien und Staatsanleihen ausgegangen. Doch diese Dynamik gilt seit Kurzem nicht mehr: Die beiden Anlageklassen neutralisieren ihre jeweiligen Risiken nicht mehr gegenseitig, stattdessen scheinen sie ihre Risiken in einem Portfolio sogar zu erhöhen. Anleger müssen möglicherweise nach anderen Möglichkeiten der Diversifizierung Ausschau halten, sei es durch Engagements in anderen Anlageklassen oder durch taktische Handelsstrategien ohne strukturelle Long- oder Short-Tendenzen.
Macro-Manager, die sich in der Regel ganz selbstverständlich auf derartige übergeordnete Beziehungen zwischen den Anlageklassen konzentrieren und die dynamisch zwischen Long- und Short-Engagements wechseln können, könnten ein attraktives Handelsumfeld vorfinden und sind außerdem potenziell eine Quelle für die dringend benötigte Diversifizierung breiterer Portfolios. In dem Maße, wie die restriktive Geldpolitik der Zentralbanken zu dieser neuen Korrelationsdynamik beiträgt, könnten Manager, die über das entsprechende Know-how zur Evaluierung der geldpolitischen Entwicklungstendenzen verfügen, unseres Erachtens nach gut aufgestellt sein, um die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen.
Abbildung 2: Rollierende fünfjährige Korrelation zwischen Aktien und Anleihen
Januar 1978 bis September 2023

Quelle: Bloomberg. Die Nutzungsbedingungen und wichtige Mitteilungen der Datenanbieter stehen unter www.franklintempletondatasources.com zur Verfügung.
Versicherungsgebundene Wertpapiere (ILS)
Der Fokus der meisten ILS-Manager hat sich auf die Vertragsverlängerungen im Januar verlagert, denn wir durchlaufen gerade die letzte Phase einer (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags) relativ ereignislosen Hurrikan-Saison. Auf den Versicherungs- und Rückversicherungsmärkten herrscht allgemein nach wie vor ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Dieses Missverhältnis ist zwar nicht so ausgeprägt wie im vergangenen Jahr unmittelbar nach dem Hurrikan Ian, dürfte aber stark genug sein, damit die Spreads und die Preise auf einem hohen Niveau verharren. Die Nachfrage nach Risikotransferlösungen steigt, gleichzeitig herrscht an den traditionellen Rückversicherungsmärkten ein relativer Mangel an Kapazitäten zur Risikoübernahme. Folglich dürften verschiedene Sponsoren und Zedenten auf dem Markt für Katastrophenanleihen nach Möglichkeiten für die Übertragung von Retrozessions- und Rückversicherungsrisiken suchen. Als Reaktion auf Verlusttrends und schwierige Rückversicherungsmärkte haben viele Zedenten ihre Portfolios seit Anfang 2022 deutlich umgeschichtet. In einigen Fällen entschieden sich die Zedenten angesichts des erheblichen Missverhältnisses, das vor den letztjährigen Vertragsverlängerungen zwischen Angebot und Nachfrage herrschte, für einen höheren Selbstbehalt im Jahr 2023. Dies dürfte zu einer aufgestauten Rückversicherungsnachfrage seitens dieser Zedenten bei höheren Preisniveaus und zu einer aus struktureller Sicht saubereren Risikostruktur führen.
Abbildung 3: Guy Carpenter US Property Rate On Line (ROL) Index
1990 – 2023

Quelle: Guy Carpenter Securities. Wichtige Mitteilungen und Bedingungen des Datenanbieters sind unter www.franklintempletondatasources.com verfügbar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder ein Indikator noch eine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung.
HINWEISE
Die Ausblickwerte von K2 Investment Research & Management (IRM) sind die Einschätzungen der K2 IRM Group zum angegebenen Datum und spiegeln unter Umständen nicht die Einschätzungen anderer Gruppen von K2 oder Franklin Templeton wider. Die Werte werden im Verhältnis zu anderen Hedgefonds-Strategien ermittelt und stellen keine Meinung bezüglich der erwarteten absoluten künftigen Wertentwicklung oder des Risikos einer Strategie oder Unterstrategie dar. Die von der K2 IRM Group ermittelten Werte beruhen auf einer Vielzahl von Faktoren, die für den (die) Analysten, der (die) die Strategie oder Unterstrategie abdeckt (abdecken),
als relevant angesehen werden, und können sich nach alleinigem Ermessen von K2 im Laufe der Zeit ändern.
Diese Werte sind lediglich einer von mehreren Faktoren, die K2 für Anlageempfehlungen nutzt, die sich abhängig von den jeweiligen Anlagezielen des Kunden, der Risikotoleranz und anderen Erwägungen ändern können. Daher zeigt ein positiver oder negativer Wert unter Umständen nicht an, dass eine bestimmte Strategie oder Unterstrategie in einem Portfolio über- oder untergewichtet werden sollte.
Diese Informationen enthalten eine allgemeine Erörterung bestimmter Strategien, die von zugrunde liegenden Hedge-Strategien verfolgt werden, an denen gegebenenfalls mehrere Strategien von K2 beteiligt sind. Dieses Dokument dient nur zur Information und stellt weder eine Rechts- oder Steuerberatung noch ein Angebot von Anteilen oder eine Aufforderung zur Zeichnung von Anteilen an Fonds dar, die K2-Strategien einsetzen. Kein Bestandteil des vorliegenden Dokuments ist als Anlageberatung auszulegen. Spezifische Informationen zur Performance von K2-Strategien sind von K2 erhältlich. Diese Präsentation darf nicht ohne die schriftliche Zustimmung von K2 vervielfältigt werden.
