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Divergierende Entwicklungen in den einzelnen Schwellenländern

Im Jahr 2025 konnten breit gestreute Schwellenländeraktien mit einer Performance von 26 % ein beeindruckendes Comeback verzeichnen.1 Die handels- und geopolitischen Konflikte der vergangenen Monate haben jedoch zu teils deutlichen Unterschieden zwischen den Spitzenreitern und Nachzüglern unter den einzelnen Schwellenländern geführt. Wir von Franklin Templeton sind der Meinung, dass Einzelländer-ETFs in Kombination mit einem breit gefächerten Kernengagement dazu beitragen können, das starke Wachstumspotenzial einzelner Volkswirtschaften stärker zu nutzen. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen zwei Einzelländer-ETFs vorstellen, die sich in dem aktuellen Investitionsumfeld als taktische Ergänzung anbieten.

Südkorea – Vom Abschlag zur Neubewertung

Mit einer Performance von 95 % war Südkorea im vergangenen Jahr der weltweit stärkste Aktienmarkt und konnte seit Jahresbeginn noch einmal um 34 % zulegen.2 Gleichzeitig ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) innerhalb eines Jahres um 127 % angestiegen. Auf den ersten Blick erscheinen die Wachstumsaussichten daher begrenzt, allerdings ist der koreanische Aktienmarkt strukturell weiterhin relativ unterbewertet.

Der sogenannte „Korea-Abschlag“ bezeichnet das Phänomen, dass südkoreanische Unternehmen aufgrund mangelnder Corporate Governance und eines geringeren Fokus auf Shareholder Value historisch niedriger bewertet werden als deren globale Pendants. Dieser Abschlag hat sich in den vergangenen Monaten zwar reduziert, ist aber längst noch nicht verschwunden. Beim KBV gegenüber den breiten Schwellenländern besteht weiterhin ein Abschlag von 16 %, der sich bei Herausrechnung des IT-Sektors sogar auf 30 % erhöht (siehe Abbildung 1).

Das wieder aufkeimende Interesse von Anlegern am koreanischen Aktienmarkt ist dabei vor allem auf zwei entscheidende Treiber zurückzuführen. Einerseits kontrolliert Südkorea ca. 80 % des HBM-Marktes für Speichertechnologie und dominiert damit wichtige Teile der globalen KI-Lieferkette.3 Andererseits beliefen sich die koreanischen Rüstungsexporte im Jahr 2025 auf insgesamt ca. 23 Mrd. US-Dollar, wodurch Südkorea mittlerweile der zweitgrößte Waffenexporteur in die NATO-Mitgliedsländer der EU ist. Zudem wird Südkorea zukünftig davon profitieren, dass die europäischen NATO-Mitglieder dazu verpflichtet sind, bis 2035 mindestens 5 % des BIP in Verteidigung zu investieren. Dadurch wird ein Anstieg der Verteidigungsausgaben um ca. 700 Mrd. US-Dollar prognostiziert.4

Die Debatte über die Nachhaltigkeit der Neubewertung Koreas wird jedoch nicht in erster Linie durch künstliche Intelligenz oder Rüstungsexporte entschieden. Unserer Ansicht nach geht es vor allem um die Verbesserungen der Corporate Governance und die Frage, ob Reformen die Ursachen des Korea-Abschlags beheben oder nur an dessen Symptomen arbeiten. Wenn die politische Stabilität anhält und Unternehmen die Corporate-Governance-Reformen im Jahr 2026 und darüber hinaus institutionalisieren, ist Korea auf einem sehr guten Weg, den „strukturellen Abschlag“ in eine „strukturelle Neubewertung“ umzuwandeln.

KBV-Abschlag Koreas gegenüber den globalen Schwellenländern

Quellen: Bloomberg, Franklin Templeton ETF Investment Strategy EMEA.
Stand: 31.01.2026.
Die zugrunde liegenden Indizes sind der FTSE Korea 30/18 Capped Index und der FTSE Emerging Markets Index.

Brasilien als antizyklisches Diversifikationselement im Portfolio

Obwohl Brasilien eine der größten Volkswirtschaften der Welt und ein wichtiger Lieferant von Agrargütern, Energie und kritischen Mineralien ist, richteten Anleger in den letzten Jahren den Blick vorwiegend auf die schnell wachsenden Märkte in Asien. Inzwischen unterscheidet sich die wirtschaftliche Lage des Landes, nicht zuletzt aufgrund politischer Umbrüche und einer Neukalibrierung der Fiskalpolitik, zunehmend von derjenigen anderer globaler Schwellenländer.

Brasilien verfügt derzeit über ein robustes Konjunkturklima. So liegt beispielsweise die Arbeitslosigkeit auf einem Mehrjahrestief, während die Durchschnittslöhne einen Rekordwert erreicht haben. Zudem hat die Regierung kürzlich eine neue Einkommensteuerbefreiung für die breite Bevölkerung eingeführt, um die Kaufkraft der Verbraucher weiter zu stärken. Die Inflation, lange Zeit das größte Problem Brasiliens, hat sich inzwischen so weit abgeschwächt, dass die Notenbank einen lang erwarteten Lockerungszyklus in Aussicht gestellt hat. Unterstützend wirkt hierbei, dass sich der brasilianische Real nach einer Phase der Volatilität gegenüber dem US-Dollar stabilisiert hat, wodurch das Vertrauen ausländischer Investoren gestärkt wurde. Eine stärkere Währung trägt zur Eindämmung der Inflation bei, da diese die Importkosten senkt und die Kaufkraft stützt.

Angesichts der Unsicherheit bezüglich der US-Zölle hat Brasilien im vergangenen Jahr sowohl seine Widerstandsfähigkeit als auch seine Anpassungsfähigkeit bewiesen. Während die Exporte in die Vereinigten Staaten Ende 2025 um 38 % zurückgingen, stiegen die Exporte nach China im gleichen Zeitraum um 33 % und glichen damit die schwache Nachfrage aus den USA wieder aus (siehe Abbildung 2). Eine zusätzliche Diversifizierungsquelle könnte zudem das Mercosur-Handelsabkommen darstellen, welches Anfang dieses Jahres mit der EU geschlossen wurde.

Neben Rohstoffen punktet Brasilien mit einem der saubersten Energiemixe weltweit – erneuerbare Energien machen etwa 90 % der Stromerzeugung aus.5 Dieser Vorteil in Bezug auf saubere Energie wird für KI-Infrastrukturen in Unternehmen immer relevanter, und Brasilien hat sich zu einem der führenden KI-Zentren in Lateinamerika entwickelt.

Schließung der brasilianischen Exportlücke gegenüber den USA

30. November 2020 bis 30. Januar 2026

Quellen: FactSet, MDIC.
Stand: 18.02.2026.

Mit einer Performance von 46 % im vergangenen Jahr und 23 % seit Jahresbeginn überzeugt der brasilianische Aktienmarkt auch in diesem Bereich.6 Das neu aufgeflammte Interesse zeigt sich dabei auch in den Kapitalströmen. Auf Brasilien ausgerichtete ETFs verzeichneten zwischen November 2025 und Februar 2026 Zuflüsse in Höhe von rund 3,4 Mrd. US-Dollar, wobei die Nettomittelzuflüsse mehr als 20 % des zu Beginn verwalteten Vermögens ausmachten.7

Dennoch hat auch Brasilien mit vereinzelten Problemen zu kämpfen. Die Haushaltslage des Landes stellt nach wie vor eine strukturelle Herausforderung dar, und die Umsetzung der Zukunftsreformen erfordert politische Disziplin. Die Staatsverschuldung wird voraussichtlich im Laufe dieses Jahrzehnts ein hohes Niveau erreichen, was vor allem auf obligatorische Ausgaben für Renten und Steuern zurückzuführen ist. Wir sind dennoch der Ansicht, dass Brasilien aufgrund der sich verbessernden binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der starken Auslandsnachfrage und der wieder anziehenden Kapitalzuflüsse innerhalb der Schwellenländerallokationen aus seinem Schatten heraustreten könnte.

Franklin FTSE Korea UCITS ETF

Fondswährung

USD

Fondsvolumen (USD)

3,1 Mrd. USD

Auflegungsdatum

04.06.2019

Referenzindex

FTSE Korea 30/18 Capped Index

Verwendung der Erträge

Thesaurierend

Gesamtkostenquote (TER)*

0,09 %

Replizierungsmethode

Physisch (vollständig)

Anzahl der Positionen

156

Morningstar Rating™

★★★★

WKN

A2PB5X

Bloomberg Ticker

FLXK GR

ISIN

IE00BHZRR030

Quelle: Franklin Templeton per 25. März 2026.

Franklin FTSE Brazil UCITS ETF

Fondswährung

USD

Fondsvolumen (USD)

122 Mio. USD

Auflegungsdatum

04.06.2019

Referenzindex

FTSE Brazil 30/18 Capped Index

Verwendung der Erträge

Thesaurierend

Gesamtkostenquote (TER)*

0,19 %

Replizierungsmethode

Physisch (vollständig)

Anzahl der Positionen

78

Morningstar Rating™

★★★★★

WKN

A2PB5U

Bloomberg Ticker

FLXB GR

ISIN

IE00BHZRQY00

Quelle: Franklin Templeton per 25. März 2026.
* Die Gebühren stellt der Fonds den Anlegern in Rechnung, um die Kosten für den Betrieb des Fonds abzudecken. Zusätzliche Kosten, einschließlich Transaktionsgebühren, fallen ebenfalls an. Diese Kosten werden vom Fonds abgezogen und beeinflussen die Gesamtrendite des Fonds. Die Fondsgebühren fallen in mehreren Währungen an, sodass die Zahlungen infolge von Wechselkursschwankungen unterschiedlich hoch sein können.



Wichtige Hinweise

Das vorliegende Dokument dient ausschließlich der allgemeinen Information. Es ist weder als individuelle Anlageberatung noch als Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer bestimmten Anlagestrategie zu verstehen. Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, einschließlich des möglichen Verlusts der Kapitalsumme. Es besteht keine Garantie, dass eine Strategie ihr Ziel erreichen wird. Die Wertentwicklung kann auch durch Währungsschwankungen beeinflusst werden. Eine geringere Liquidität kann den Kurswert der Vermögenswerte beeinträchtigen. Währungsschwankungen können den Wert ausländischer Anlagen beeinträchtigen. Strategien, die in Schwellenländer investieren, können mit höheren Risiken verbunden sein als jene, die in Industrieländer investieren. Strategien, die in Finanzderivate investieren, sind mit spezifischen Risiken verbunden, die das Risikoprofil der Strategie erhöhen können. Bei Strategien, die in bestimmte Sektoren oder Regionen investieren, können die Renditen stärker schwanken als bei einer breiter diversifizierten Strategie.

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